Gesundheit : Wärmeres Klima nach Ende des Kalten Krieges

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Nach der politischen Wende in der DDR, in Tschechien und Polen Anfang der 90er Jahre verschwanden zahlreiche ökologische Dreckschleudern: veraltete Fabriken und Kraftwerke mit hohem Schadstoffausstoß. Das entlastete die Luft um etwa 50 Prozent. Parallel dazu jedoch stieg der Treibhauseffekt erheblich: Es wurde wärmer. Denn die ausgestoßenen feinen Partikel wirkten sich auf die Wolkenbildung über Mitteleuropa aus und damit auch auf die Menge des Lichtes und der Wärme, die wieder ins All reflektiert wird.

Zu diesem Ergebnis kommen Hartmut Graßl, Direktor am MaxPlanck-Institut für Meteorologie in Hamburg, und Olaf Krüger vom Meteorologischen Institut der Universität Hamburg. Sie hatten Satellitendaten aus den Jahren vor und nach der Wende miteinander verglichen.

Die Klimaforscher befassen sich intensiv mit der Wirkung der Schadstoffe als Aerosole. Das sind Schwebstoffe in der Atmosphäre, die auf die Entstehung, auf das optische Verhalten und die Lebensdauer von Wolken eine entscheidende Bedeutung haben. Je nach Art und Herkunft dieser Teilchen, an denen sich Luftfeuchtigkeit anlagert, bilden sich (rußhaltigere) dunkle Wolken, die die eingestrahlte Wärme absorbieren, oder eben auch helle Wolken, die die Sonneneinstrahlung ins Universum zurückwerfen und auf der Erde Schatten spenden.

Mit der wachsenden Sauberkeit in der Atmosphäre jedoch bilden sich auch nicht mehr so viele Licht-reflektierende Wolken. Wie die Forscher erläutern, haben sich das Rückstrahlvermögen der Wolken über Mitteleuropa um 2,8 Prozent verringert und die Einstrahlung um etwa 1,2 Watt pro Quadratmeter herhöht. Der hier bislang gebremst aufgetretene Treibhauseffekt schlägt nun also stärker durch. gih

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