Gesundheit : Walther Hofer: Der Historiker wird 80 Jahre alt

Jürgen Schmädeke

Nicht nur den Wappenbären haben Berlin und Bern gemeinsam. Beiden Städten fühlt sich seit Jahrzehnten auch Walther Hofer verbunden, der an diesem Freitag in der schweizerischen Hauptstadt als Professor emeritus seinen 80. Geburtstag begeht. Begonnen hat die Karriere des Schweizers Hofer 1950 an der Freien Universität Berlin - bei deren Gründungsrektor Friedrich Meinecke. Ein Jahrzehnt blieb Hofer in Berlin, verfasste Lehrtätigkeit drei Bücher: "Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges" (1954), "Der Nationalsozialismus - Dokumente 1933-1945" (1957), "Die Diktatur Hitlers" (1960).

Nach einem Jahr an der New Yorker Columbia-Universität folgte die Berufung an die Universität Bern, später wurde er in den Nationalrat gewählt, gehörte auch dem Europarat an. Das Verhältnis von Innen- und Außenpolitik beschäftigt ihn bis heute. Sein demnächst erscheinendes Buch über "Das Dritte Reich, die Westmächte und die Schweiz" verbindet historische Forschung mit einem brisanten geschichtspolitischen Streitthema. Die heftigste dieser Kontroversen war jene mit Fritz Tobias, Rudolf Augstein und Hans Mommsen um den Reichstagsbrand. Mommsen und Augstein verneinten die NS-Täterschaft ebenso vehement, wie sie Hofer als bewiesen sah. Inzwischen haben jüngere Forscher lang verborgene Dokumente aufgespürt. Sie fanden darin massive Manipulationen nicht nur bei den Ermittlungen von 1933. Was sich dahinter verbirgt, bedarf dringend der Aufklärung. Darauf wartet nicht nur Walther Hofer.

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