Gesundheit : Wann nützt die Therapie?

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In einem Grundsatzkommentar mit dem Titel „Die Hormontherapie in der Postmenopause neu denken“ plädieren die Bostoner Forscher Caren Solomon und Robert Dluhy im Fachblatt „New England Journal of Medicine“ für den gezielten, kurzzeitigen Einsatz der Hormone in niedriger Dosierung. Zwei bis höchstens drei Jahre seien meist genug, weil die typischen Symptome sich nur vorübergehend zeigen. Hormonpräparate sind demnach für manche Frauen ein passender Lebensabschnittsbegleiter – als Lebensgefährten für die Mehrheit taugen sie nicht.

Frauen in aller Welt wurden im letzten Sommer von den Ergebnissen der WHIStudie aufgeschreckt. Viele setzten die Mittel, die sie jahrelang eingenommen hatten, von heute auf morgen ab – was manchmal heftige Beschwerden zur Folge hatte. „Es gibt keine Notwendigkeit, die Hormontherapie abrupt zu stoppen“, versichern die beiden Kommentatoren. Man könne stattdessen versuchen, die Präparate langsam auszuschleichen. Wie das im Einzelfall aussehen kann, das sollten wiederum Frauen und Frauenärzte gemeinsam besprechen – allgemeine Richtlinien existieren nicht. Die Berliner Frauenärztin Regina Lutterbeck hat auch praktisch die Erfahrung gemacht, dass es „keine 08/15 Lösung“ für den Ausstieg gibt. Um ihre Patientinnen vor der Rückkehr heftiger Beschwerden zu schützen, rät sie, die Dosis allmählich zu reduzieren. Und: „Es ist sicher gut, damit nicht gerade in einer Phase anzufangen, in der es viel beruflichen Stress gibt.“

Den Frauen, die einen Zugewinn an Gesundheit und Jugendlichkeit erwarten, geben Solomon und Dluhy einen klaren Rat: „Auf der Basis der verfügbaren Daten sollte diesen Frauen vorgeschlagen werden, die Therapie zu beenden.“ aml

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