Gesundheit : Warum bekommt man eine Schnapsnase?

Thomas de Padova

Erstmal Prost! Das Jahr ist bald um, Sie haben es mal wieder geschafft. Der Champagner sei Ihnen gegönnt. Ein, zwei Gläschen. Davon bekommen Sie keine rote Nase. Oder vielleicht doch?

Das kommt auf Ihre Veranlagung an. Die Haut mancher Menschen reagiert besonders stark auf Alkohol. Und nicht nur auf ihn. Auch scharfe Gerichte oder eine starke psychische Belastung treiben ihnen die Röte ins Gesicht. Es reicht mitunter, dass sie im Mittelpunkt stehen, schon werden sie rot.

Das Blut verursacht diese Glut. Unser Herz pumpt sauerstoffreiches Blut durch unsere Arterien in den Körper, durch die Venen fließt es zum Herzen zurück. Im Strom des Blutes dehnen sich die elastischen Wände der Blutgefäße. Das geschieht bis in die kleinsten Verästelungen hinein. Das Adersystem ist aber derart weit verzweigt, dass allein der Druck, der vom Herzen ausgeht, den Blutkreislauf nicht gewährleisten kann. Die Blutgefäße selbst haben daher kleine Muskeln. Diese spannen sich an und verengen den Kanal oder sie lockern sich und weiten das Gefäß. Auf diese Weise regulieren sie den Blutfluss mit.

„Alkohol erweitert die Gefäße“, sagt Christoph Geilen, Leiter der Poliklinik für Dermatologie der Berliner Charité. „Dann fließt mehr Blut durch die Haut, und das Gesicht rötet sich.“

Nach etlichen Gläsern Wein wird jeder von uns rot im Gesicht. Doch bei einigen Menschen fällt die Reaktion wesentlich heftiger aus. Mit zunehmendem Alter kann diese verstärkte Durchblutung dazu führen, dass sich die Gefäße dauerhaft weiten. Die Äderchen leiern aus und bilden ein Geflecht feiner Linien im Gesicht. Diese kann ein deutliches Zeichen einer fortschreitenden Hautkrankheit sein, der „Rosacea“, was so viel heißt wie „Rosenblütchen“.

Wenn im Volksmund von der „Schnapsnase“ die Rede ist, ist das meist gar keine Folge des Alkohols, sondern eine besondere Ausprägung der Rosacea, von der insbesondere die Nase betroffen ist. Die damit verbundenen Veränderungen können auch ohne Alkoholgenuss auftreten. Die Symptome reichen von Entzündungen und Verdickungen der Haut bis hin zur roten Knollennase. Wie die Krankheit entsteht, ist bis heute nicht geklärt.

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