Gesundheit : Warum Eisen riecht

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Wer nach einem Werkzeug greift oder Münzen in die Hand nimmt, hat häufig einen typisch metallischen Geruch in der Nase. Dieser „Eisengeruch“ wird allerdings nicht direkt vom Metall erzeugt, sondern durch chemische Reaktionen mit der Haut. Das hat eine Gruppe deutscher und amerikanischer Chemiker nachweisen können und in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts „Angewandte Chemie“ (Nr. 42, Seite 7163) veröffentlicht.

Die schnelle Reaktion des Metalls mit der Haut „erzeugt die sensorische Illusion, dass wir unmittelbar nach der Berührung das Metall als solches riechen“, erklären die Forscher um Dietmar Glindemann vom Politechnischen Institut in Blacksburg, Virginia, und vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle.

Für ihren Versuch erzeugten die Wissenschaftler den charakteristisch muffigen Geruch, indem sie metallisches Eisen, Stahl oder eine Lösung von mäßig stark oxidierten Eisen(II)-Salzen auf die Handflächen ihrer Versuchspersonen gaben. Mit stärker oxidierten Eisen(III)-Salzen gelang dies nicht.

Die Analysen der Forscher ergaben, dass der Eisengeruch vorrangig durch einen kleinen Kohlenwasserstoff hervorgerufen wird. Dieses 1-Octen-3-on macht etwa ein Drittel aller beim Metallkontakt freigesetzten flüchtigen Verbindungen aus. Gemeinsam mit seinen geruchsintensiven Verwandten entsteht es vermutlich, wenn Eisenionen mit Lipidperoxiden der Haut reagieren. Die Eisenionen werden wiederum vom Handschweiß aus dem Metall gelöst.

Ähnliche Geruchsstoffe würden auch freigesetzt, wenn eisenhaltiges Blut in Kontakt mit der Haut komme, so die Wissenschaftler. Daher sei es vorstellbar, dass der empfindliche Eisenriecher dem Menschen ursprünglich zum Aufspüren verwundeter Beute gedient habe, als er noch auf die Jagd ging. jkm

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