Gesundheit : Warum Faustkämpfe eskalieren Eigene Kraft wird anders bewertet

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Schlägereien eskalieren häufig, weil die Beteiligten die Wucht ihrer eigenen Hiebe unterschätzen. Eine neue Studie zeigt, dass die Heftigkeit von Kämpfen mit jedem Schlag unwillkürlich zunimmt, obwohl beide Seiten meinen, es dem Gegner nur mit gleicher Kraft heimzuzahlen. Ursächlich dafür ist vermutlich eine eigenartige Reaktion des Gehirns, wie Sukhwinder S. Shergill und Kollegen vom Institut für Neurologie des University College London im Wissenschaftsjournal „Science“ (Bd. 301, S. 187) vom Freitag berichten. Das Hirn unterdrückt demnach beim Schlagabtausch die Wahrnehmung der eigenen Kraft, um sich besser auf den Hieb des Gegners konzentrieren zu können.

Statt Schläge ließen die Forscher ihre 24 Probanden in einem Experiment Druck auf die Fingerspitzen austauschen. Die Versuchspartner sollten dabei jeweils nur genauso viel Druck anwenden, wie sie selbst erfahren hatten. „In jedem einzelnen Fall eskalierte die Kraft schnell“, schreiben die Autoren in „Science“. Mit jeder Reaktion der Probanden fiel die Kraft im Schnitt 38 Prozent stärker aus.

Die Selbsttäuschung des Gehirns wurzelt in einer Vorahnung, wie Shergill erläuterte: „Vor jeder Bewegung geht ein Signal an eine spezifische Hirnregion, das diese vor der kommenden Empfindung warnt.“ Das Hirn wisse im Voraus, dass es etwas zu erwarten habe, und stelle seine Aktivität darauf ein. So verändert sich die Empfindlichkeit der Hirnregion. dpa

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