Gesundheit : Warum frieren dem Pinguin die Füße nicht fest?

Thomas de Padova

Die Kaiserpinguine haben sich versammelt. Sie wärmen sich gegenseitig. Hin und wieder tauschen sie die Positionen, damit jeder in der Gruppe einmal vor dem minus 40 Grad kalten Antarktiswind geschützt ist. Ihr Federkleid reicht weit über die Beine, nur die nackten Füße gucken raus. Barfuß stehen die Pinguine auf Schnee und Eis. Ihre Füße müssen Eisklötze sein, ja, man kann kaum glauben, dass sie nicht sofort festfrieren.

Unsereins fängt schon bei der Vorstellung an, mit den Zähnen zu klappern und zu zittern. „Klack!“, schaltet der Temperaturregler in unserm Zwischenhirn auf Wärmeproduktion um: Einmal zittern, bitte!

Beim Zittern entsteht durch die Muskelarbeit zusätzliche Wärme. Die ist wichtig. Denn auch wenn’s draußen frostig ist, müssen unsere inneren Organe die Temperatur von 37 Grad halten. Die Haut, die mit der kalten Luft in Berührung kommt, Hände und Füße werden nun weniger durchblutet, die Arterien verengen sich. Wenn wir schließlich vor Kälte blass sind, dann deshalb, weil wir so weniger Wärme an die Luft verlieren.

Auch der Pinguin verringert bei Kälte den Blutfluss. Aber das genügt ihm nicht. Er muss zusätzlich verhindern, dass kaltes Blut von den Füßen in den Körper zurückströmt.

In seinen Beinen liegen Arterien und Venen so dicht beieinander, dass sie Kälte und Wärme miteinander austauschen. „Das kalte venöse Blut fließt von den Füßen in den Körper zurück und wird dabei aufgewärmt", sagt Dieter Adelung, Professor am Institut für Meereskunde der Uni Kiel. Umgekehrt läuft warmes Blut durch die Arterien nach unten und wird von benachbarten Venen gekühlt. Es kommt schon kalt an den Füßen an.

Die Füße des Kaiserpinguins sind fast eisig, ihre Temperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt. Sie sind so kalt, dass das Eis darunter nicht antaut. Und was nicht taut, kann auch nicht wieder gefrieren. So bleibt der Pinguin beweglich. Und springt ins Polarmeer. Eiskalt!

AHA!

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