Gesundheit : Warum gehen bei der Landung die Lichter aus?

Thomas de Padova

Im Flugzeug genießt man eine besondere Sicht auf die Welt. Wenn noch ein Fensterplatz zu haben ist. Schon einen Sitz weiter, und statt der wunderbaren Wüste von Arizona sieht man nur einen zotteligen Hinterkopf. Oder Druckerschwärze.

Flugzeugfenster sind leider winzig. Der britische Flugzeughersteller de Havilland erlebte Anfang der 50er Jahre mit der „Comet“ eine Serie von Abstürzen. Ursächlich dafür waren unter anderem Risse an den rechteckigen Fensterausschnitten. Seither sind die Scheiben rund, klein und weit unten platziert. Man kann sie heute zwar größer und trotzdem sicher bauen, aber das ist teuer. Oft sind es Dreifachscheiben, die in die dünne Aluminiumhaut des Flugzeugrumpfs eingeschweißt sind. Sie wiegen zu viel. Mehr Glas bedeutet weniger Passagiere. Oder höhere Preise.

Im Flugzeug dreht sich alles um die Sicherheit und ums Gewicht. Aus Sicherheitsgründen wird zum Beispiel bei Start und Landung das Licht ausgestellt. Nicht etwa weil die Maschine den ganzen Saft für Auf- und Abstieg benötigen würde. „Für die Beleuchtung braucht man lächerlich wenig Strom“, sagt Markus Kirschneck von der Vereinigung Cockpit, Deutschlands Pilotenverband.

Der Grund für die Verdunkelung liegt woanders. „Das Kabinenlicht soll den tatsächlichen Lichtverhältnissen, welche zum Zeitpunkt des Starts oder der Landung außerhalb des Flugzeugs herrschen, so weit als möglich angepasst werden“, sagt der Flugkapitän. Wenn es draußen dunkel ist, können sich die Augen der Passagiere schon einmal an die Umgebung gewöhnen. Das wäre zwar nur im unwahrscheinlichen Fall einer Evakuierung der Passagiere ins Freie von Bedeutung, aber: sicher ist sicher! Deshalb wird auch darauf geachtet, dass die Abdeckungen vor den Fenstern bei Start und Landung in der Dunkelheit oben sind.

Im neuen „Dreamliner“, einer 56 Meter langen Boeing 787, soll die Aussicht übrigens viel besser sein. Boeing verspricht große Fenster von knapp 50 mal 30 Zentimetern, die sich individuell elektronisch abdunkeln lassen. Man sieht die streitenden Reisenden schon vor sich: Die einen mögen den starken Sonneneinfall nicht, die anderen haben vor allem wegen des herrlichen Panoramas so viel Geld bezahlt! Noch herrscht Ruhe. Auf billigeren Plätzen.

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