Gesundheit : Warum haben Golfbälle so viele Dellen?

Thomas de Padova

„Dreht der Ball nach rechts, ist es ein Slice. Dreht er nach links, ist es einen Hook. Und fliegt er geradeaus, dann ist es ein Wunder.“

Der Golfball, maximal 45,39 Gramm schwer, soll ins Loch. Oder erst mal aufs Grüne. Das ist leider weit weg. Und einen Golfball auf geradem Wege ans Ziel zu bringen, ist nicht leicht.

Oft kriegt der Ball einen seitlichen Drall, weil der Schläger leicht gedreht ist oder nicht parallel zur Verbindungslinie der Füße bewegt wird. Der Golfball rotiert dann während des Flugs um seine senkrechte Achse, driftet ab, und der Spieler muss ihn im Dickicht suchen gehen.

So unerwünscht ein Links- oder Rechtsdrall meist ist, so vorteilhaft ist eine Rotation um die waagerechte Achse. Schlägt man den Ball nämlich mit Rückwärtsdrall ab, so fliegt er deutlich weiter. Das liegt an der Luftströmung. Durch den Rückwärtsdrall wird während des Fluges der Druck auf der Balloberseite vermindert: Der Ball kriegt Auftrieb.

Damit ist die Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Auch die Beschaffenheit des Balles ist für einen weiten Flug ausschlaggebend. Früher galt: lieber alt als neu. Denn fast doppelt so weit wie ein glatter Golfball, kann einer mit aufgerauter Oberfläche fliegen.

Heute verpasst man dem Golfball daher kleine Vertiefungen: die Dimples. 392, 416 oder noch mehr solcher Dimples sorgen beim Flug für eine turbulente Luftströmung knapp über der Oberfläche. Sie engt die leidigen Verwirbelungen, die der fliegende Ball nach sich zieht, stark ein. Und dadurch sinkt der Druckwiderstand des Balles.

Erreichte man mit einem glatten Ball 125 yards, so fliegt er nun 215 yards weit, sagt der Physiker Helmut Appel von der Uni Karlsruhe. Die Dimples müssen allerdings gleichmäßig über den Ball verteilt sein. Sonst bekommt er wieder Schlagseite, der Wunderliche.

AHA!

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