Gesundheit : Warum hat der Mond ein Gesicht?

Thomas de Padova

Vom Mond aus betrachtet, sieht unser Globus aus wie eine bunte Kugel. „Die Erde erinnerte uns an einen Weihnachtsbaumschmuck, aufgehängt in der Schwärze des Weltalls“, sagte Apollo-Astronaut James Irwin, der 1971 den Mond besuchte und zur Erde zurückschaute. Unter einer weißen Wolkendecke lagen die Ozeane in tiefem, dunklen Blau, hier und da schimmerten in einem helleren Braunton die Kontinente durch.

Vor fast 2000 kam Plutarch auf ähnliche Gedanken. Er betrachte das Mondgesicht und meinte, in den hellen Regionen Kontinente zu erkennen, in den dunklen Flecken dagegen Ozeane. Sie heißen heute noch Meere. Bei zunehmendem Mond taucht zuerst das Mare Crisium auf, bald darauf das Mare Tranquilitatis, das Meer der Ruhe, in das Neil Armstrong 1969 seinen berühmten kleinen Sprung von der Leiter machte. Dann stapfte er durch den feinen Mondstaub und sammelte Steine.

Vergleicht man seine Steine mit denen, die James Irwin aus den Hochlandregionen des Mondes mitbrachte, fallen die farblichen Unterschiede gleich ins Auge: Die Mare-Felsen sind dunkler Basalt, die helleren Hochlandbrocken dagegen Mischungen aus Staub, silikatischen Gesteinen und Gläsern. Auch bei den dunklen Mondflecken handelt es sich also um Landflächen. Es sind zum Teil große, runde Becken wie das Mare Imbrium. Dieses Auge des Mondgesichts hat einen Durchmesser von 1300 Kilometern.

„Becken wie das Mare Imbrium sind vor rund vier Milliarden Jahren bei großen Einschlägen auf dem Mond entstanden“, sagt Jürgen Oberst vom Institut für Planetenforschung in Adlershof. In der Entstehungsphase unseres Planetensystems schwirrten neben den Planeten und Monden noch zahlreiche Gesteinstrümmer durch den erdnahen Weltraum. Ihre Einschläge hinterließen auf dem Mond riesige Krater und Kessel. „Die Becken haben sich mit Lava gefüllt.“

Die vulkanische Schlacke, die damals in riesigen Strömen aus den Tiefen des Mondmantels nach oben floss, war reich an schweren und dunklen Mineralen. Als sie zu Basalt erstarrte, blieben die Meere zurück, die seither das Gesicht vom Mann im Mond zeichnen.

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