Gesundheit : Warum hinterlässt Schnee am Schuh weiße Ränder?

Thomas de Padova

Sie lassen sich zwar mit lauwarmem Wasser leicht wieder entfernen. Aber es sind hässliche Schlieren, die sich da im Winter mitunter an den Schuhen abzeichnen. Ein kurzer Spaziergang durch Schnee oder Schneematsch, und auf dem Leder bleibt eine weiße Kruste zurück.

In der Regel ist das Streusalz der Übeltäter. Zusammen mit dem angetauten Schnee legt es sich auf den Schuh. Und wenn das Wasser nach und nach verdunstet, bleiben die weißen Salzkristalle zurück – genauso wie am Ufer eines Salzsees.

Salz wird heutzutage wieder öfter als Streumittel verwendet, wenn Schnee und Eis die Straßen und Bürgersteige bedecken, obwohl es ins Erdreich gelangen und Bäume schädigen kann und auch den Autos zusetzt: Salz lässt sie schneller rosten, weshalb sich auch im Winter ab und an ein Besuch in der Waschanlage lohnt.

Einmal ausgestreut, beginnt sich das Salz aufzulösen. Normales Kochsalz zum Beispiel, Natriumchlorid, löst sich sehr schnell im Nudelwasser. Die Natrium- und die Chlorid-Ionen hüllen sich in einen Mantel aus Wassermolekülen ein: nicht nur in einen Mantel, sondern in viele solche Gewänder.

Dasselbe passiert, wenn man das Salz auf eine Eisfläche streut. „Die Salz-Ionen holen die Wassermoleküle aus den Eiskristallen heraus“, sagt Daniela Freyer von der Arbeitsgruppe Salz- und Mineralchemie der TU Bergakademie Freiberg. Es entsteht eine Salzlösung.

Diese Salzlösung hat einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt als Wasser. Sie bleibt auch bei Minusgraden flüssig, bis hinunter zu minus 21 Grad Celsius. Unterhalb dieser Temperatur löst sich auch Kochsalz nicht mehr auf, wenn es aufs Eis gestreut wird. Ist es lausig kalt, verwendet der Streudienst daher statt Natriumchlorid andere Salze wie Magnesiumchlorid, die Wasser noch stärker an sich binden und deren Lösungen bei noch tieferen Temperaturen gefrieren.

Weiße Ränder auf den Schuhen sind aber keine reine Wintererscheinung. Sie können sich auch im Sommer bilden, wenn die Füße zu stark schwitzen. Auch Schweiß enthält Salz – in manchmal sichtbaren Mengen.

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