Gesundheit : Warum ist der Winter kürzer als der Sommer?

Thomas de Padova

Es ist wieder so weit: Am Wochenende werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Es wird noch früher dunkel, die Tage werden kürzer – und kälter. Der einzige Lichtblick: Der Winter dauert nicht ganz so lange wie das Sommerhalbjahr. Die kalte Jahreszeit ist auf der Nordhalbkugel um einige Tage kürzer als die warme.

Und das ist ein Geschenk des Himmels. Der Winter vergeht nämlich deshalb schneller, weil die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne nicht immer dieselbe Geschwindigkeit hat. Während die Erde Anfang Juli mit, astronomisch gesehen, gemächlichen 105000 Kilometern pro Stunde dahinzieht, ist sie im Winter um bis zu 4000 Stundenkilometer schneller – und macht auf diese Weise sechs Tage gut.

„Die Erde läuft nicht auf einer Kreisbahn, sondern auf einer Ellipsenbahn um die Sonne“, sagt Joachim Krautter, Präsident der Astronomischen Gesellschaft. „Dadurch ändert sich der Abstand der Erde zur Sonne im Lauf des Jahres ein wenig.“

Anfang Januar kommt die Erde der Sonne am nächsten, den sonnenfernsten Punkt erreicht sie Anfang Juli. „Je näher ein Planet aber an der Sonne ist, desto schneller bewegt er sich“, sagt Krauter. Er wird dann von der enormen Schwerkraft der Sonne stärker angezogen, auf seiner Bahn weiter beschleunigt und bekommt so zusätzlichen Schwung.

Aber wie? Die Erde ist der Sonne ausgerechnet im Januar am nächsten, wenn wir vor Kälte zittern und auf der Nordhalbkugel Winter herrscht? Zugegeben, das klingt merkwürdig. Aber der Wechsel der Jahreszeiten hat nichts mit der Entfernung der Erde von der Sonne zu tun. Wenn dies nämlich so wäre, dann würden Sommer und Winter auf der Nord- und auf der Südhalbkugel gleichzeitig hereinbrechen. Dem ist aber nicht so.

Der Jahreslauf hängt allein von der Schrägstellung der Erdachse ab: Wegen der Neigung der Erdachse steigt die Sonne im Sommer hoch über dem Horizont auf, bleibt lange zu sehen und heizt uns ordentlich ein. Im Winter sind die Tage kurz, die Sonne hängt tief und spendet weniger Wärme – obwohl sie uns etwas näher ist und uns sogar ein bisschen größer erscheint.

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