Gesundheit : Warum ist es nachts dunkel?

Thomas de Padova

Hundert Milliarden Sonnen in einer einzigen Milchstraße – und der Nachthimmel ist dunkel. Warum leuchtet nicht an jedem Punkt des Firmaments ein Licht, wenn das Universum voll von Sternen und Milchstraßen ist?

Stellen wir uns das Weltall als einen Wald voller Sterne vor, so ist die nächtliche Dunkelheit tatsächlich unbegreiflich. Im tiefen Wald sehen wir in jeder Lücke, die sich auftun könnte, einen neuen Baumstamm. Warum sitzt nicht auch am Himmel ein Stern neben dem anderen?

Das All ist kein tiefer Sternenwald. Es gibt einen äußeren Rand, hinter dem so gut wie keine neuen Sterne mehr auftauchen. „Dahinter nimmt die Sternpopulation sehr schnell ab", sagt Hans-Thomas Janka, Forscher am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching.

Je weiter wir ins All hinausschauen, umso weiter schauen wir auch in die Vergangenheit zurück. Sterne gibt es aber nicht seit ewigen Zeiten im Kosmos. Das Universum hat einen Anfang. Die ersten Sterne entstanden erst etliche 100 Millionen Jahre nach dem Urknall, waren sehr groß und verglühten rasch. Erst nach einigen Milliarden Jahren wurde der Höhepunkt der Sternentstehung erreicht.

Das Licht vieler Sterne im All hat uns noch gar nicht erreicht, weil sie zu weit weg sind. Aber selbst wenn wir unseren Horizont irgendwie ausweiten könnten – die Sterne würden nicht ausreichen, den Himmel hell zu erleuchten. In Anbetracht der Größe des Alls sind es viel zu wenige.

Es wäre allerdings nachts ein klein wenig heller bei uns, wenn sich das All nicht so rasant ausdehnen würde. Durch die Expansion verändert sich das Licht sehr ferner Sterne: Auf dem langen Weg zur Erde verlängert sich dessen Wellenlänge. Statt gelb wie unsere Sonne ist das Licht vieler sehr weit entfernter Sterne bestenfalls noch infrarot – und damit für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar.

Freuen wir uns also an einem Stern: unserer Sonne. Apropos Sonne: Wissen Sie, warum es tagsüber hell ist? Nur weil die Sonne scheint?

Das ist nicht ganz stichhaltig. Über dem Mond, der nicht weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, bleibt der Himmel tagsüber dunkel. Nur das Sonnenscheibchen ist hell. Das Entscheidende ist: Die Erde hat eine Atmosphäre. Die vielen Luftmoleküle darin streuen und verteilen das Licht über weite Teile des Globus’.

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