Gesundheit : Warum kreiselt nur das gekochte Ei?

Thomas de Padova

Ist es roh? Oder ist es gekocht? Durch die 0,2 bis 0,4 Millimeter dicke Kalkschale kann man nicht hindurchschauen. Aber es gibt einen schwungvollen Test, um den Zustand des Eis herauszufinden. Einen Test, den vor allem diejenigen gern machen, die als Kind mit Stehaufkreiseln gespielt haben.

Das hart gekochte Hühnerei verhält sich nämlich wie ein solcher Kreisel: Legt man es auf den Tisch und versetzt es in eine rasche Drehung, so richtet es sich entgegen der Schwerkraft auf und rotiert in der Senkrechten weiter. Das rohe Ei dagegen nicht.

Das kleine Experiment gelingt nicht immer. Man muss das Ei in eine flotte Rotation von gut zehn Umdrehungen pro Sekunde bringen, wie der britische Mathematiker Keith Moffat von der Universität Cambridge errechnet hat.

Doch damit nicht genug: Aus der Drehbewegung kann das Ei nur dann die Kraft schöpfen, sich aufzustellen, wenn die Tischoberfläche bei der Energieübertragung mitspielt. Ein kleiner Teil der Drehenergie muss für die Aufrichtung des Eis abgezwackt werden. Und der kommt aus der Reibung des Eis an der Unterlage. Sie bremst das Ei ein wenig ab. Daher darf die Oberfläche nicht zu glatt sein.

Das rohe Ei macht den ganzen Aufstand nicht mit. Es kann sich nicht aufrichten, weil die abgezweigte Rotationsenergie zu einem Gutteil im wabernden, flüssigen Inneren verschwindet. Was übrig bleibt, reicht nicht aus, um den Schwerpunkt genügend anzuheben. Und das Fünf-Minuten-Ei? Das torkelt unschlüssig vor sich hin und bremst die Experimentierfreude rasch. Wir empfehlen in diesem Falle: Essen!

AHA!

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