Gesundheit : Warum macht Seife die Hände sauber?

Thomas de Padova

Schauen Sie sich mal Ihre Finger an! Die Kuppen sind vom vielen Zeitunglesen schwarz geworden. Fetthaltige Druckerfarbe klebt in den Rillen, und die Seife wartet bereits darauf, die Farbtröpfchen beim Schopf zu packen und alles, was sonst an Fett und Essensresten an den Händen haftet.

Ein bisschen Wasser genügt, und eine Flotte von Seifenmolekülen setzt sich in Bewegung. Mit ihren Köpfen tauchen die Moleküle in die Flüssigkeit ein. Die Schwänze dagegen stehen in die Höh’ und ragen aus dem Wasser: lange Kohlenwasserstoffketten, die alles Wasser abweisen, Fett hingegen lieben.

In der Seifenlösung liegen die Seifenmoleküle im dünnen Film auf der Oberfläche. Ist die Zahl der Seifenmoleküle groß, schließen Hunderte von ihnen ihre Enden zusammen und bilden kleine Kügelchen, die frei im Wasser treiben. Im Innern dieser Mizellen kleben die wasserscheuen Schwänze aneinander und sind durch die nach außen gerichteten Köpfe vor der Feuchtigkeit geschützt.

Seifenmoleküle und Mizellen docken mit ihren wasserabweisenden Schwänzen an den Handflächen und fettigen Schmutzpartikeln an. Sie zwängen sich in die Spalten zwischen Schmutz und Haut, lösen das Fett und packen es in Mizellen ein. Die vielen Molekülschwänze zerren an eingeschlossenen Fetttröpfchen, reißen sie auseinander und hüllen sie erneut ein. Schließlich spült frisches Wasser die vielen ummantelten Schmutzpartikel weg. Die Putzteufel haben ihre Schuldigkeit getan und können gehen. Bis zur nächsten Zeitungsausgabe.

AHA!

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