Gesundheit : Warum nähert sich der Vorhang beim Duschen?

Thomas de Padova

Der Duschvorhang ist das wohl größte Ärgernis im Bad. Kaum installiert, verliert er den ersten Haken, warten die Schimmelpilze im feuchten Faltenwurf der Folie bereits auf die Stunde der ungezügelten Vermehrung. Läuft dann das warme Wasser, nähert sich das gemeine Plastik wie vom Winde herangeweht. Erst flattert die Folie nur ein bisschen, und dann - schwupp! - klebt sie am Bein und versucht als nächstes, sich um die entblößte Schulter zu legen.

Dabei ist das Verhalten des Duschvorhangs, mathematisch gesehen, völlig korrekt. Das hat David P. Schmidt von der University of Massachusetts in Amherst bei einer Computersimulation herausgefunden. Als Experte für Sprays und Strömungen aller Art hat er festgestellt, dass Duschvorhänge aus vielerlei Gründen aufdringlich sind.

Zunächst hängt der Vorhang ganz entspannt an der Stange. Denn der Druck, den die Luftmoleküle auf den Duschvorhang ausüben, ist auf der Innen- und Außenseite gleich. Mit dem ersten Wasserstrahl aus der Brause ändert sich alles:

Das Wasser reißt die Luftteilchen im Duschraum mit. Sie stoßen nun nicht mehr so stark gegen die Folie, so dass ein Unterdruck auf der Innenseite des Vorhangs entsteht. Der Druck auf der Außenseite gewinnt die Oberhand und drückt den Vorhang einwärts.

Hat die Luft in der Dusche erst zu zirkulieren begonnen wie in einem Kamin, wird alles noch schlimmer, wie Schmidt vorrechnet. Und spätestens jetzt täte eine gute Befestigung not oder ein intelligentes Patent. So lange es das nicht gibt, kann man nur raten: Weg mit dem Duschvorhang! Vielleicht beginnen Sie den Tag dann öfter frisch geduscht - und gut gelaunt.

AHA!

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