Gesundheit : Warum schrumpelt die Haut beim Baden?

Thomas de Padova

Der erwachsene Mensch häutet sich alle 27 Tage – öfter als jede Klapperschlange oder Königspython. Die kontinuierliche Rundumerneuerung beginnt mit der Teilung der Zellen in den untersten Schichten unserer Oberhaut. Die neuen Hautzellen schieben sich nach oben, produzieren die Hornsubstanz, sterben nach kurzer Zeit ab und legen sich als verhornte Hautplättchen schützend um unseren Körper. Schließlich rieseln kleine Schüppchen zu Boden. Selbst wenn wir uns einmal nicht waschen sollten, fällt jeder Dreck daher binnen einiger Tage auch von allein von uns ab.

So lange mag allerdings kaum jemand warten. Wir setzen uns in die Badewanne, schrubben ein bisschen hier, ein wenig da, liegen entspannt im Wasser und merken erst beim Betrachten unserer schrumpeligen Finger, wie viel Zeit bereits dahingeplätschert ist.

„Die Haut weicht beim Baden auf und quillt“, sagt Gisela Albrecht, Chefärztin der Dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Berlin-Spandau. Und da sich die Oberfläche der vollgesogenen Hornhaut vergrößert, legt sich die Haut in Wellen. An Händen und Füßen, wo die Hornschicht vergleichsweise dick ist, können wir dies besonders gut beobachten.

Baden wir in einer starken Seifenlauge, runzelt die Haut sogar noch schneller. Denn die Seife löst die Hautfette heraus, die unseren Körper bedecken. Das Fett, das die Hautzellen und Talgdrüsen herstellen, verschließt normalerweise die Ritzen und Spalten zwischen den Hornplättchen wie ein Mörtel. Bei einer kurzen Dusche perlt das Wasser daher an uns ab. Umgekehrt kann auch die Feuchtigkeit aus der Haut nicht entweichen. Bei einem langen Bad dagegen löst sich der Fettfilm auf. Die Haut weicht erst auf, danach aber trocknet sie aus und wird spröde. Allenfalls die männliche Glatze behält nun noch ihren Glanz: Hier produzieren die Talgdrüsen weiterhin reichlich Fett, obschon keine Haare da sind, die es aufnehmen könnten.

AHA!

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