Gesundheit : Warum sitzt der Storch auf dem Dach?

Thomas de Padova

Bald kommt er wieder zurück. Nach Linum und in andere kleine Nester. Der Storch ist ein treuer Vogel. Obwohl Herr und Frau Weißstorch den Winter über getrennt durch Afrika gestreift sind, treffen sie sich nun wieder zum gemeinschaftlichen Geklapper, um sich zu paaren. Jahr für Jahr kehren sie zu ihrem alten Horst zurück.

Der Nestbau ist für einen so großen Vogel mit zwei Metern Spannweite eine aufwändige Angelegenheit. Daher ist es für ihn am besten, den schon im Vorjahr benutzten Horst mit Zweigen, Ästen und Gras neu auszugestalten – falls dieser sich bewährt hat.

Der im Volksmund als Babybringer und Friedensstifter geliebte Storch darf dabei auf tätige Mithilfe hoffen. In Städten wie dem spanischen Cáceres, aber auch in vielen brandenburgischen Dörfern trifft die Bevölkerung beizeiten die nötigen Vorkehrungen, um ihm die Quartierssuche so angenehm wie möglich zu machen. Mancherorts stellen die Bewohner auf jedem zweiten Dach ein Storchennest auf und werben mit „Pension Adebar“.

Sie wissen: Der Storch sitzt gern weit oben. „Er ist ein Segelflieger und braucht einen freien Anflug zum Nest“, sagt Franz Bairlein, Direktor des Instituts für Vogelforschung in Wilhelmshaven. „Enge Häuserschluchten mag er nicht.“

Ein weiter Ausblick erleichtert ihm die Nahrungssuche. Mit ihren langen Schnäbeln füttern die Storcheneltern die Jungen gemeinsam: zunächst mit Insekten und Regenwürmern, später dann mit gut vorgekauten Fröschen und kleinen Amphibien, besonders gerne auch mit Feldmäusen.

Der erhöhte Platz bietet außerdem Schutz vor Raubtieren wie Mardern. Artgenossen, die ihm das Nest streitig machen wollen, sieht er so beizeiten herankommen. Wenn das größere Männchen im Nest kauert, Kopf und Schnabel schüttelt, ist das mitunter eine Warnung an andere Vögel, sich von dem besetzten Horst fernzuhalten.

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