Gesundheit : Warum spuckt das Lama?

Thomas de Padova

Kamele sind für ihre Speichelattacken bekannt. Nicht dass sämtliche Kamele zu diesen ästhetisch wenig ansprechenden Rotzereien neigen, nein, damit tun sich vor allem die kleinen, schnuckeligen Lamas hervor, die in den Anden als Haustiere gehalten werden.

Großkamele spucken selten. Allerdings haben auch sie manchmal Schaum vor dem Mund. Dromedarhengste zum Beispiel besitzen ein langes Gaumensegel, das sie ausstülpen und das dann wie ein Ballon aus ihrem Mund hängt.

Lamas spucken, um ihr Revier und ihre Stellung in der Gruppe zu behaupten. „Aber keinen Speichel, sondern hochgewürgten Mageninhalt“, sagt André Schüle, Kurator für Kamele im Zoologischen Garten Berlin. „Sie kauen wieder.“ Wie alle Pflanzenfresser müssen sie Gras und Blätter gut verarbeiten, um Nährstoffe aufzuschließen. Ihre drei Mägen sind ständig in Aktion.

Zunächst gelangt die Nahrung in die ersten beiden Magenkompartimente. In diesen Gärkammern baut eine rege Bakterienflora die Zellulose der Pflanzen ab. Das Lama stößt die Nahrung zwischendurch auf und kaut sie erneut, um den Bakterien noch bessere Angriffsmöglichkeiten zu geben. Schließlich wird der Brei im dritten Magen verdaut.

Das Lama könnte ohne Bakterien nicht leben. Sie geben womöglich auch der Spucke eine besonders abschreckende Note. Das Spucken ist eine Drohgebärde, eine erste Warnung. Und die sitzt manchmal so gut, dass es erst gar nicht zum Kampf kommt. Lamas spucken nämlich sehr gezielt, maximal vier bis fünf Meter weit.

Schaffen sie es nicht, sich durch Spucken genügend Respekt zu verschaffen, treten die männlichen Kamele zu. Ihre besten Waffen bei den heftigen Revier- und Rangkämpfen sind jedoch die Zähne: Die Hengste haben lange Hauer, mit denen sie anderen schlimme Verletzungen zufügen können.

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