Gesundheit : „Warum streikt ein Lehrbeauftragter?“

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DIE AKTUELLE FRAGE

Johannes Verch (39),

ist Sportsoziologe und Lehrbeauftragter an der HU – derzeit im Ausstand. Als FUStudent beteiligte er sich am Studentenstreik im Wintersemester 1988/89.

Foto: Uli Winkler

Vor 15 Jahren haben Sie ein Semester lang gestreikt, heute sind Sie wieder dabei. Warum?

Ich gehöre wie viele andere wissenschaftliche Mitarbeiter zu den ersten Kürzungsopfern: Mein Vertrag wurde Anfang dieses Semesters nicht verlängert. Außerdem sollen mit den neuen Einsparungen eine Professur (von sechs) und zugehörige Mitarbeiter-Stellen an unserem ohnehin nur noch allein in Berlin verbliebenen Institut für Sportwissenschaft wegfallen.

Die derzeitigen Proteste müssten Ihnen dann ja wie ein Déjà-vu-Ereignis vorkommen?

Auch damals war der Auslöser die angedrohte Schließung von Instituten. Aber wir waren damals radikaler. Der Unibetrieb war komplett lahm gelegt, da ging nichts mehr.

Was raten Sie der neuen Protestbewegung?

Die Studenten müssen es auf die Spitze treiben. Der Streik muss unbequem sein, damit er die Politiker wachrüttelt. Wir haben damals Fernsehsender und Senatssitzungen gestürmt und einiges erreicht. So wurde die Streichung einzelner Institute zurückgenommen und man hat Projekttutorien eingeführt. Außerdem gab es über Hochschulsonderprogramme mehr Geld für die Unis, auch für wissenschaftliche Mitarbeiter.

Die Fragen stellte Juliane von Mittelstaedt.

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