Gesundheit : Warum treffen Wirbelstürme immer die Ostküste der USA?

Thomas de Padova

Von Juni bis November ist in den USA Hurrikan-Saison. 2004 rasten acht Wirbelstürme auf die Ostküste zu. Die Hälfte von ihnen drehte unterwegs ab und löste sich auf, vier Orkane erreichten das Festland und verwüsteten Florida, mehr als 100 Menschen starben.

An Kalifornien geht diese Gefahr vorüber. Zwar gibt es auch über dem Pazifik Wirbelstürme, hier Taifune genannt. Aber sie bleiben der amerikanischen Westküste meist fern.

Das liegt einerseits an der Wassertemperatur. Ein Hurrikan schöpft seine Energie aus der Wärme, die im Ozean gespeichert ist. Wirbelstürme entstehen in tropischen und subtropischen Gebieten, wo viel Wasser verdunstet. Damit sich aus der feuchtwarmen Luft ein gigantischer Wolkenwirbel bilden kann, der auf dem Weg übers Meer einen immer stärkeren Sog aufbaut, müsse die Wassertemperatur mindestens 26 bis 27 Grad Celsius erreichen, sagt Dietmar Dommenget vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Uni Kiel. „Vor der Westküste der USA ist der Pazifik auch im Sommer nicht warm genug, weil dort kaltes Wasser aus dem Norden vorbeiströmt.“

Bewegt sich einmal ein Wirbelsturm auf Kalifornien zu, schwächt er im kühlen Gewässer schnell ab. Im Atlantik dagegen, vor der Ostküste der USA und in der Karibik ist der warme, von Süden her kommende Golfstrom eine fast unerschöpfliche Energiequelle für herannahende Hurrikans.

Wirbelstürme wandern mit dem Wind, und das heißt meist: nach Westen. Die Sonne macht den Wind. Sie heizt die Tropen stark auf, dort steigt warme Luft nach oben, wandert in Richtung der Pole, kühlt unterwegs ab, sinkt und strömt zum Äquator zurück. So entstehen in niederen Breiten die Passatwinde.

Wegen der Erdrotation zieht der Passat jedoch nicht nur äquatorwärts, sondern auch nach Westen. Die Erdkugel dreht sich von Westen nach Osten, ein Punkt am Äquator legt dabei einen weiteren Weg zurück als einer in der Nähe der Pole. Deshalb bringen die aus Richtung der Pole her einfließenden Luftmassen eine kleinere Drift nach Osten mit und bleiben unterwegs gegenüber der Erdoberfläche immer weiter zurück: Sie bewegen sich westwärts. Die nach Westen wandernden Wirbelstürme sind ein Glück für Kalifornien. Dagegen wurde Japan, auf der westlichen Seite des Pazifiks, 2004 von zehn Taifunen heimgesucht.

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