Gesundheit : Warum wandern Dünen?

Thomas de Padova

In manchen Küsten- und Wüstengebieten reiht sich Sandhügel an Sandhügel und Kamm an Kamm. Die Dünenlandschaft sieht aus wie ein erstarrtes Meer.

Doch auch Wellen aus Sand wandern. Der Wind trägt die einmal aufgewirbelten Sandkörner fort. Fallen sie irgendwo wieder zu Boden, können sie beim Aufprall gleich mehrere neue Körner herausschlagen. So verstärkt sich der Sandstrom knapp über der Oberfläche wie von selbst. Bei starkem Wind flimmert es regelrecht über dem Boden.

Selbst wenn der Wind immer aus derselben Richtung weht, werden die Sandhaufen nicht einfach höher. Die Schwerkraft zieht den Sand nach unten. Zu steile Hänge sind instabil. „Sie rutschen ab, und es bilden sich scharfe Kanten“, sagt Hans J. Herrmann, der an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich die Wanderungen von Sanddünen studiert. „Hinter diesen Kanten sammeln sich Körner im Windschatten. Dünen sind eine Falle für Sandkörner.“

Eine effektive Windfalle entsteht allerdings nur dann, wenn der Sandberg eine Mindesthöhe erreicht. Ist er zu klein, löst sich der Haufen mit der Zeit einfach auf. Wie vom Winde verweht. Die kleinsten stabilen Dünen sind etwa anderthalb Meter hoch. Solchen Dünen begegnet man zum Beispiel in Israel. Sie wandern jedes Jahr 20 Meter in Windrichtung weiter.

Ist genügend Sand vorhanden, stehen solche Dünen in Reihen senkrecht zum Wind. Schicht für Schicht trägt der Wind die Sandkörnchen an der Oberfläche weiter. Eine Düne bewegt sich daher nur langsam vorwärts.

Wenn nicht so viel Sand vorhanden ist, entstehen vereinzelte Sandhügel, etwa Sicheldünen. Die höchsten Sicheldünen der Erde türmen sich im Nordosten Brasiliens auf. Die Sandberge sind 50 Meter hoch und 800 Meter lang. Da der Wind lediglich den Sand auf ihrer Oberfläche transportiert, legen derart riesige Dünen nicht mehr als acht Meter im Jahr zurück.

Noch höher können Wanderdünen nur auf dem Mars werden. Unser Nachbarplanet ist kleiner als die Erde. Seine Anziehungskraft ist geringer, die Sandkörner sind größer, der Wind kann kräftiger blasen. Auf Satellitenbildern sieht man 200 Meter hohe Dünen. Unter solchen Wanderdünen würden ganze Städte verschwinden.

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