Gesundheit : Warzen: Häufigste Sexualinfektion

Genitalwarzen sind mittlerweile die häufigste Sexualinfektion in Deutschland. Dennoch gehören sie nach wie vor zu jenen Krankheitsthemen, über die nicht gerne gesprochen wird, wie die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten in Marburg beklagt. Sie warnt Infizierte davor, aus falscher Scham nicht zum Arzt zu gehen. Rund ein Prozent der Erwachsenen hierzulande leidet unter der Krankheit.

Genital- oder Feigwarzen sind gutartige Hautwucherungen, die von Humanen Papilloma-Viren (HPV) hervorgerufen werden. Das größte Risiko für eine Ansteckung haben nach Auskunft der Experten sexuell aktive Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren. Männer und Frauen sind gleich häufig davon betroffen. Typische Anzeichen für eine HPV-Infektion sind Haut- und Schleimhautwucherungen sowie Hautreizungen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Ausfluss oder leichte Blutungen.

Nach der Infektion kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis tatsächlich Warzen im Genital- oder Analbereich entstehen, wie die Vereinigung betont. Einige Infizierte trügen das Virus zwar in sich und könnten es auch weitergeben, hätten jedoch selbst keine Krankheitssymptome. Obwohl die Warzen spontan von selbst wieder abheilen könnten, sei eine Behandlung ratsam. Zum einen bestehe die Gefahr, dass die Papilloma-Viren auf Sexualpartner oder bei der Geburt auf Säuglinge übertragen werden könnten. Zum anderen würden einige Virusstämme mit einem erhöhten Krebsrisiko in der Genitalregion in Verbindung gebracht. Bislang seien die infizierten Haut- und Schleimhautbereiche mit Hilfe des Pflanzenextraktes Podophyllin verätzt oder operativ entfernt worden. Bessere Erfolge würden aber heute mit Medikamenten erzielt, die nur noch den biologisch aktiven Teil des Pflanzenextraktes, Podophyllotoxin, enthielten.

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