Gesundheit : Was Beratung kostet

Semesterbeiträge sind in Berlin unterschiedlich hoch

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Jedes Semester müssen Berlins Studierende Beiträge an die Studierendenschaften leisten. Denn jede Studentin und jeder Student ist zwangsweise Mitglied der Studierendenschaft der Hochschule, so sieht es das Berliner Hochschulgesetz vor. Die Studierendenvertreter sollen mit den Beiträgen die Belange der Studierenden wahrnehmen, etwa, indem sie Beratungsangebote machen.

Wie viel Geld kommt aus den Beiträgen zusammen – und wie geben die Studierendenschaften es aus, wollte der FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja in einer Kleinen Anfrage an den Senat wissen. Hintergrund des Interesses dürften die Ordnungsgelder sein, die der Asta der Freien Universität und der „ReferentInnenrat“ der Humboldt-Universität vor ein paar Jahren zahlen mussten, weil sie nach Auffassung der Verwaltungsgerichte Geld ihrer Kommilitonen veruntreut hatten. Auch Studierendenvertreter hatten über mangelnde Transparenz im Finanzgebaren dieser Studierendenvertretungen geklagt.

Die Antwort von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) auf die Anfrage: Die Studierendenschaften geben das Geld genau so aus, wie es das Gesetz verlangt. Auf welchen Zeitraum sich diese Auskunft bezieht, geht aus der Antwort, bei der Zöllner sich auf die für die Aufsicht über die Studierendenschaften zuständigen Hochschulpräsidenten stützt, nicht hervor. Bei der Rechnungsprüfung über das Jahr 2003 an FU, HU und TU sei man nicht auf Unregelmäßigkeiten gestoßen, die folgenden Jahre seien „zum Teil noch in Bearbeitung“.

Die Studierendenschaften der einzelnen Hochschulen verlangen Beiträge von sehr unterschiedlicher Höhe, wie aus Zöllners Antwort hervorgeht. So zahlen die Studierenden der Hochschule für Schaulspielkunst drei Euro pro Semester, die der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (KHB) 4,32 Euro und die der TU 5,81 Euro. Die Studierendenschaft der Universität der Künste verlangt 8,20 Euro. An der Technischen Fachhochschule (TFH) und der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege zahlen die Studierenden acht Euro. Die Studierendenschaften der HU (sechs Euro) und der FU (sieben Euro) bewegen sich mit ihren Beiträgen im oberen Mittelfeld.

Im Jahr hat die Studierendenschaft der größten Berliner Hochschule, der FU, damit das größte Budget zur Verfügung: 585 000 Euro, gefolgt von der TU mit 468 400 Euro und der HU (454 500 Euro). Die Studierendenschaft der TFH kann 153000 Euro ausgeben, die von Berlins größter Fachhochschule, der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW), 147 700 Euro. Auf Personalkosten der Studierendenschaft entfallen an der FU 40 Prozent der Mittel, an der Universität der Künste gar 49 Prozent. An der Technischen Universität sind es 30 Prozent, an der HU hingegen nur 12 Prozent der Mittel. Die übrigen Hochschulen bewegen sich bei den Personalausgaben zwischen den Extremen. akü

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