Gesundheit : Was Bund und Länder in der Bildung ändern wollen

Bund und Länder haben in zweijähriger Arbeit im "Forum Bildung" eine Reform des deutschen Bildungssystems an Haupt und Gliedern verabredet. Dabei streben sie unter anderem an:

FRÜHE FÖRDERUNG: Schon in Kindergärten und Horten sollen die Kleinen spielend lernen, an Fremdsprachen herangeführt und besser auf die Grundschule vorbereitet werden. Der Kindergarten sollte nach Möglichkeit gebührenfrei sein. Die Grundschule soll finanziell besser ausgestattet werden.

GANZTAGSSCHULE: Sie soll soziale Herkunfts-Benachteiligung der Kinder ausgleichen, aber auch Begabte besser fördern. Zugleich soll sie einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Kindern leisten.

WEITERBILDUNG: Lebenslanges Lernen gilt künftig als unverzichtbar. Neue Stufenkonzepte mit Teil-Zertifikaten und ein Qualifizierungspass als persönliches Dokument sollen auch ältere Arbeitnehmer ansprechen.

WERTE STATT REINER WISSENSVERMITTLUNG: Angesichts des schnellen Wandels der Gesellschaft kommt bei der Bildung heute frühzeitiges Erfahren und Reflektieren von Werten zu kurz. Das soll nicht allein im Unterricht erfolgen, sondern auch durch bessere Kultur in der Schule mit mehr Mitbestimmung und Selbstverwaltung.

MEHR WERTSCHÄTZUNG FÜR LEHRER: Erziehern, Lehrern, Hochschullehrern und Weiterbildnern wird die Schlüsselrolle für die Bildungsreform zugeschrieben. Ihre Aus- und Weiterbildung soll grundlegend reformiert werden.

BILDUNGSBETEILIGUNG: Deutschland braucht mehr gut qualifizierte Fachkräfte. Kinder aus bildungsfernen Schichten und ausländischen Familien sollen deshalb gefördert werden. Durch Ganztagsschulen und flexiblere Übergänge zwischen den einzelnen Schulformen (Hauptschule/Gymnasium) soll die Bildungsbeteiligung insgesamt erhöht werden. Mit 16 Prozent pro Jahrgang gilt die Akademikerquote in Deutschland als zu gering. Andere Industriestaaten liegen schon bei 40 Prozent.

HOCHSCHULEN: Durch bessere Betreuung sollen vor allem Universitäten ihre Erfolgsquote steigern und drastische Abbruchquoten in Fächern wie Germanistik (80 Prozent), Mathematik (70), Informatik (60), Elektrotechnik und Physik (50) senken. Durchlässigkeit zwischen Berufsausbildung und Hochschulen wird angestrebt. Bei der Zulassung von Nicht-Abiturienten zum Studium soll berufliche Qualifikation anerkannt werden.

NEUE MEDIEN: Jedes Klassenzimmer soll über einen frei zugänglichen Internet-Anschluss verfügen. Auch im Kindergarten soll es schon Computer geben.

ABBRECHER: Jeder Schul- und Ausbildungsabbrecher soll mindestens eine weitere Chance haben. Knapp zehn Prozent der Schüler schaffen keinen Abschluss, 15 Prozent bleiben ohne Berufsausbildung. Dabei gehen die Beschäftigungschancen für Ungelernte drastisch zurück.

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