Gesundheit : Was die Mumie aus dem Moor verrät

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Nach der Aufsehen erregenden Entdeckung einer 2650 Jahre alten Moorleiche im Uchter Moor (Niedersachsen) wollen die Archäologen den Fundort noch einmal unter die Lupe nehmen. Er rechne damit, dass die Torfschichten, in denen „Moora“ gelegen habe, noch in diesem Monat gehoben werden können, sagte der Moorarchäologe Alf Metzler vom Landesamt für Denkmalpflege in Hannover. Danach sollen weitere Grabungen dort vorgenommen werden. „Wir müssen sicherstellen, dass nichts übersehen wurde.“ Mitte 2007 werde „Moora“ dann wieder im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover zu sehen sein, sagte ein Sprecher des Museums am Mittwoch. Bisher wird die hervorragend erhaltene Moorleiche im Denkmalpflege-Amt aufbewahrt. Es handelt sich um eine der ältesten jemals in norddeutschen Hochmooren gefundenen Leichen.

Die Wissenschaftler wollen das „Lebensbild“ des Mädchens, das im Alter zwischen 16 und 19 Jahren starb, rekonstruieren. Derzeit sei die Auswertung von Daten in vollem Gange, die durch die Untersuchung der Moorleiche im Institut für Rechtsmedizin in Hamburg gewonnen wurden. „Das ist eine kaum vorstellbare Datenflut“, sagte Metzler. Mitte dieses Jahres solle außerdem mit plastischen Arbeiten zur Rekonstruktion des Kopfes begonnen werden. Die Fachleute wollen dem Mädchen wieder ein Gesicht geben. Auch die gehobenen Torfschichten am Fundort sollen laut Metzler im Museum ausgestellt werden. Nach den Untersuchungen gehen die Fachleute davon aus, dass das rund 1,50 Meter große Mädchen eines natürlichen Todes gestorben ist. Spuren von Gewalteinwirkungen wurden nicht gefunden. Außerdem stellte sich heraus, dass „Moora“ zu Lebzeiten mehrere Hungersnöte durchlitten hatte.

Die Moorleiche war beim Torfabbau im Kreis Nienburg entdeckt worden. Als vor Jahren Knochenteile im Uchter Moor gefunden wurden, war die Polizei zunächst von einem Verbrechen ausgegangen. Als sich jedoch herausstellte, dass es sich nicht um ein jahrzehntelang vermisstes Mädchen handelte, gerieten die Ermittlungen ins Stocken.

Erst als im Januar 2005 Torfarbeiter in der Nähe des Fundortes eine nahezu unversehrte Hand fanden, wurde der Fall wieder aufgenommen. Spezialuntersuchungen ergaben, dass es sich um eine Moorleiche aus der vorrömischen Eisenzeit um 650 vor Christus handelt. dpa

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