Gesundheit : Was die Uni braucht

Die TU Berlin streitet über die Sparvorschläge ihres Präsidenten

Uwe Schlicht

Der Sparplan des Präsidenten der Technischen Universität Berlin, Kurt Kutzler, ist ein Stich in das Wespennest. Erstmals können jetzt die TU-Angehörigen erkennen, dass die Aufgabe von 47 Professuren und das Einspar-Volumen von 22 Millionen Euro tief greifende Veränderungen mit sich bringen wird. Ganze Fächer werden verlagert, die Fakultäten neu geordnet, und eine von acht Fakultäten wird ganz gestrichen.

Die Architektur, die bisher zusammen mit den Umweltwissenschaften in einer Fakultäten war, verliert den Fakultätsstatus und wird mit dem Bauingenieurwesen in einer neuen Fakultät zusammengelegt. Es ist umstritten, wer hier das Hauptopfer bringt. In den Augen von TU-Präsident Kurt Kutzler sind es die Architekten, während die Bauingenieure weit gehend geschont werden. Von den acht Professuren der alten Fakultät sollen allein vier bis fünf bei den Architekten gestrichen werden. Der Architekturdekan Rudolf Schäfer sieht das anders: Aus seiner Sicht werden die Bauingenieure in die Architekturfakultät überführt.

TU-Präsident Kutzler hält die Vorgabe von 29,3 Millionen Euro durch Senator Flierl für inakzeptabel. Sein Strukturplan könne den Politikern beweisen, dass die TU nur 22 Millionen Euro erbringen könne. Großer Widerstand kam trotzdem, vor allem von Vertretern jener Fächer, die jetzt besonders gefährdet sind. Zum Beispiel sollen die Geisteswissenschaftler sich vor allem auf Zuarbeit für die Technik- und Naturwissenschaften beschränken und ein entsprechendes Angebot für ein „Studium generale“ vorlegen.

Einer der prominentesten Naturwissenschaftler der TU, Leibniz-Preisträger Helmut Schwarz, sagte, jede technische Universität von Rang, allen voran die ETH Zürich, habe Geisteswissenschaften in ihrem Fächerspektrum. Der Erziehungswissenschaftler Ulf Preuß-Lausitz hält es im Zeichen des Pisa-Schocks für unangebracht, die Lehrerbildung in Frage zu stellen. Ein weiterer Star unter den TU-Professoren, der Logistiker Helmut Baumgarten, kritisierte vor allem, dass die Betriebswirtschaftslehre und in Volkswirtschaftslehre aufgegeben werden sollen. Betroffen seien 3500 Studenten. Auch der unentbehrliche Studiengang der Wirtschaftsingenieure werde geschädigt.

Der Akademische Senat setzte eine Kommission ein, die einen endgültigen Strukturplan erarbeiten soll.

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