Gesundheit : Was ist das Proteasom?

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Das Proteasom ist der zylindrische „Müllhäcksler“ der Zelle. Proteasome sind röhrenförmige Komplexe aus Eiweißmolekülen. Sie bestehen aus zwei jeweils identischen äußeren Röhren (19SKomplex), und einem inneren Zylinderabschnitt mit vier baugleichen, aufeinander gesteckten Hohlröhren (20S-Komplex).

Proteasome verdauen alte oder schadhafte Proteine und recyceln sie. Damit das Protein vom Proteasom erkannt und weiterverarbeitet werden kann, wird es zunächst biochemisch markiert. Das geschieht mit Hilfe eines weiteren Eiweißstoffs, des Ubiquitins. Es koppelt sich an das Protein und heftet es an den Außenring des Proteaoms. Dort löst sich das Ubiquitin wieder ab, und zwei biochemische Scheren zerschneiden das Protein, das in der Regel aus einer langen Kette von Aminosäuren besteht.

Die eigentliche Häckselarbeit findet im Inneren des Proteasoms am 20S-Komplex statt. Drei jeweils verschiedenartige biochemische Skalpelle zerschneiden das bereits vorbereitete Protein, so dass nur kurze Schnipsel aus mehreren Aminosäuren, Peptide genannt, übrig bleiben. Dieser Prozess der Müllverarbeitung ist so brisant, dass die Zelle ihn ins Innere des Proteasoms verlegt hat. Die Peptide können nun wieder zum Bau neuer Proteine verwendet werden.

Proteasome spielen auch eine Rolle bei der Teilung der Zelle, und sie können Autoimmunleiden (wie Schuppenflechte) und Krebs Vorschub leisten. Alle Tiere, Pflanzen und Menschen besitzen Proteasomen. In jeder unserer Billionen Körperzellen schwimmen Tausende von Proteasomen im Zellsaft und im Zellkern. Etwa drei Prozent unserer Proteine sind Proteasome. wez

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