Gesundheit : Was kostet ein Medizin-Studienplatz?

U.S.

Klaus Wowereit und Peter Strieder behaupten immer wieder, Berlin habe die teuersten Medizinstudienplätze in Deutschland. Damit begründen sie die Schließung des FU-Klinikums Benjamin Franklin. Dieser Behauptung ist bereits das FU-Klinikum mit eigenen Berechnungen entgegengetreten und jetzt auch die Charité. Bundesweit gilt ein Durchschnittssatz für die Kosten eines Medizinstudienplatzes von 400 000 Mark. Errechnet wird er nach dem Staatszuschuss und den Zahlen der Medizinstudenten.

Die FU hat die Studienplatzkosten am Klinikum Benjamin Franklin mit 350 000 Mark berechnet und die der Charité mit 550 000 Mark. Das hat die Charité nicht auf sich sitzen lassen, und sie kommt nun zu dem Ergebnis, dass die Studienplatzkosten bei ihr noch unter den Werten der FU liegen, nämlich bei 346 000 Mark. Die Charité macht geltend, man dürfe nicht nur die Zahl ihrer 3800 Medizinstudenten in die Berechnung einbeziehen, sondern müsse auch noch 1100 Studenten hinzuzählen, die in Medizinpädagogik, als Mediziningenieure und in Public Health ausgebildet werden.

Max Planck Direktoren warnen

Die Direktoren der drei Berliner Max Planck Institute haben die Politiker eindringlich davor gewarnt, das Klinikum Benjamin Franklin der FU zu schließen. Große und attraktive Städte wie San Francisco, Boston oder London hätten ein weit größeres Medizinangebot als Berlin. Die Reduktion auf nur eine medizinische Fakultät, selbst wenn diese noch so gut ist, wäre eine "echte Unterversorgung und bedeutet Abstieg". Auch die Attraktivität Berlins als Ort der Wirtschaft, Wissenschaft und hoher Lebensqualität würde dadurch für Jahrzehnte geschädigt. Zu einem internationalen Zentrum exzellenter Forschung gehöre ein kooperierendes System von Universitäten und den außeruniversitären Forschunginstituten. "Wir brauchen ein Mehr an Universitätsmedizin, nicht ein Weniger."

Die Erklärung ist unterzeichnet von den Direktoren des Instituts für Infektionsbiologie Stefan Kaufmann, Thomas Meyer, Arturo Zychlinksy, von den Direktoren des Instituts für molekulare Genetik Hans Lehrach, Hilger Ropers, Thomas Trautner und Martin Vingron sowie von den Direktoren des Instituts für Bildungsforschung, Paul Baltes, Jürgen Baumert und Karl Ulrich Mayer.

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