Gesundheit : Was prominente Studenten schrieben

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ULRICH VON

HUTTEN schreibt sich 1506 mit 18 Jahren für ein Semester ein: „Eitelwolf vom Stein, einer der Gründer, sagte mir neulich: Er bereue es, Markgraf Joachim zur Schaffung der Hochschule geraten zu haben, weil sie von ungelehrten Gelehrten in Besitz genommen worden sei, nicht von solchen, die griechisch und lateinisch gebildet seien, wie er selbst es vorgeschlagen habe.“

ALEXANDER VON HUMBOLDT, als 18-Jähriger im Wintersemester 1787/88 Student: „Die Freuden eines freundschaftlichen Umgangs, die wir hier in so vollem Maße genießen, abgerechnet, würde Frankfurt freilich für uns ein trauriger Ort sein. Doch mit einem wenig Philosophie wird man bald gewahr, dass der Mensch für jeden Erdstrich, und also auch für die frostigen Ufer der Oder, geboren ist. Was könnte diese Königin der Wissenschaften (die übrigens hier eben nicht ihren Tempel hat) für einen edleren Zweck erreichen, als den Menschen zufrieden zu stellen. (….) Alles strömt in Frankfurt zusammen, um sich hier doctoriren zu lassen, weil das Disputieren, wenn man es noch so nennen darf, nirgends leichter ist, als hier. Der Präses muss nicht bloß die Disputation schreiben, sondern sie auch eigentlichsten Verstandes verteidigen. Die Respondenten, die gewöhnlich nicht 6 Worte zusammenhängend lateinisch reden können, tun, als wenn sie die Einwürfe der Opponenten nicht angingen. Sie lesen ihre Komplimente oder Anreden ab, und hören geduldig zu, wie sich der Präses herumstreitet.“

HEINRICH VON KLEIST will 1799 mit 21 Jahren ein Studium in Frankfurt aufnehmen, nachdem er zuvor sieben Jahre beim Militär war. Er wird nach drei Semestern das Studium abbrechen: „Man machte mir Einwürfe, fragte mich, welche Brotwissenschaft ich ergreifen wolle. Ich stockte. Man ließ mir die Wahl zwischen Jurisprudenz und der Kameralwissenschaft. Man sagte, ich sei zu alt zu studieren. Man stellte mir mein geringes Vermögen vor; man zeigte mir die zweifelhafte Aussicht auf Brot auf meinem neuen Lebenswege; die gewisse Aussicht auf dem alten. Man malte mir mein bevorstehendes Schicksal, jahrelang eine trockene Wissenschaft zu studieren, ohne Brot mich als Referendar mit trockenen Beschäftigungen zu quälen, um endlich ein kümmerliches Brot zu erwerben, mit barocken Farben aus.“

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