Gesundheit : Wasser-Notprogramm: Sachsen soll den Spreewald beliefern - Wegen Trockenheit schon Fließe abgeriegelt

Mit dem Bau von zwei zeitweiligen Stauanlagen bei Burg (Spree-Neiße) ist am Dienstag das Wasser-Notprogramm für den Spreewald gestartet worden. Lange Trockenheit, geringe Wasserführung der Spree und hohe Verdunstung im Spreewald hatten in den vergangenen Monaten den Wasserstand der Fließe um 15 bis 20 Zentimeter sinken lassen. Daraus resultierende Gefahren für die Tier- und Pflanzenwelt sowie den Tourismus soll das in dieser Form erstmals vom Biosphärenreservat Spreewald, dem Landesumweltamt und dem Wasser- und Bodenverband Oberland-Calau beschlossenen Notprogramm reduzieren. Die Abriegelung zweier Fließe, an denen es bisher noch keine Wehre gab, mit Pfahlreihen reduziert in diesem Bereich den Durchfluss und erhöht die Wasserstände.

Sieben Kubikmeter Spreewasser fließen je Sekunde in den Spreewald, 0,5 bis 1,5 Kubikmeter je Stunde verlassen ihn wieder, zeitweilig wurde ein historischer Tiefstand erreicht. Verlust und Verdunstung seien so hoch wie nie, konstatierte der Dezernent Wasserwirtschaft der Außenstelle Cottbus des Landesumweltamtes, Siegmar Tilgner. Er führt dies auch auf hohe und nicht kontrollierte Entnahmen zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen zurück.

Änderungen der Lage würden nur ausgedehnte Regenfälle bewirken. Die Talsperre Spremberg kann nicht mehr Wasser abgeben. Seit Mai wurde die Hälfte des Speichervolumens in die Spree eingespeist, bei einer Augusthitze könnte die vorhandene Menge bis zum Herbstregen knapp werden.

Erschwerend wirkt der Ausfall der Talsperre Bautzen (Sachsen), die erneuert wird. Das Landesumweltamt hat Sachsen daher gebeten, aus Talsperren vier Millionen Kubikmeter Wasser zur Stabilisierung der Spree in Brandenburg und Berlin sowie zur Vermeidung von Schäden im Spreewald bereitzustellen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben