Gesundheit : Wau-Wau

Genforscher klonen erstmals einen Hund

-

Schafe, Mäuse, Kühe, Ziegen, Schweine, Kaninchen, Katzen, ein Pferd, ein Maultier und auch Ratten hat man schon geklont. Nun sind südkoreanische Klonforscher auch noch auf den Hund gekommen. Sie schufen erstmals die genetische Kopie eines afghanischen Windhunds: „Snuppy“. Der Name steht für „Seoul Nationale Universität“ und „puppy“ (Welpe).

„Snuppy“ kam nach 60 Tagen mit Hilfe eines Kaiserschnitts zur Welt und wog als Neugeborenes 530 Gramm. Mittlerweile ist er bereits mehrere Monate alt und, wie es scheint, wohlauf. Über die außergewöhnliche Geburt berichten die Wissenschaftler unter Leitung des südkoreanischen Tierarztes Woo Suk Hwang im Fachmagazin „Nature“ (Band 436, Seite 641).

Die Geburt war außergewöhnlich schwer. Für den Klonvorgang entnahm man zunächst einem dreijährigen afghanischen Windhund ein Stück Haut vom Ohr. In einem zweiten Schritt verschmolzen die Wissenschaftler jeweils eine der Hautzellen mit zuvor genetisch geleerten Eizellen.

Im Reaganzglas entstanden nun aus den Eizellen Embryonen mit dem Erbgut des dreijährigen Windhundes. Anschließend wurden die Embryonen in die Eileiter von Leihmuttern gespült. Insgesamt brauchten die Genforscher 1095 Embryonen und 123 Leihmütter, von denen nur drei trächtig wurden. Bei einer trächtigen Hündin kam es frühzeitig zum Spontanabort. Die beiden anderen gebaren jeweils einen Klonwelpen. Einer der Welpen litt schon als Neugeborenes unter Atmungsproblemen und starb 22 Tage nach der Geburt an einer Lungenentzündung. Nur Snuppy, dessen Leihmutter ein gelbes Labrador-Weibchen war, überlebte. 123 Leihmütter, von denen nur zwei gebären – das entspricht einer Rate von 1,6 Prozent.

Mit anderen Worten: Die Misserfolgsrate ist extrem hoch. Auch für Dolly, den berühmten Klon im Schafspelz, brauchte der Schöpfer Ian Wilmut 277 Versuche. Warum?

Die Klontechnik ist aus verschiedenen Gründen nach wie vor ineffizient. Bei Hunden liegt das Problem insbesondere darin, dass die Eizellen sehr früh vom Eierstock ausgestoßen werden, und es ist schwierig, sie im Reagenzglas zur Reife zu bringen.

Eine zweite, grundsätzliche Schwierigkeit liegt darin, dass man beim Klonen das Erbmaterial eines erwachsenen Tieres nimmt – dieses Erbgut ist „gealtert“. Die entscheidende Herausforderung liegt darin, die Uhr dieses alten Erbguts wieder zurückzudrehen.

Auch das Verpflanzen des Erbguts von der Spenderzelle in die Eizelle sowie die Entnahme des Eizellenerbguts ist technisch höchst anspruchsvoll. Hwang gehört allerdings weltweit zur Spitze der Klonforscher. Beispielsweise benutzt er keine Saugnadel, um das Erbgut der Eizelle zu entfernen. Das Genom aus dem Zellkern wird vielmehr über einen kleinen Riss in der Eihaut vorsichtig herausgedrückt. „Dolly“-Vater Wilmut ist gerade bei Hwang zu Besuch, um sich mit ihm über ein „bedeutendes Ereignis“, wie es geheimnisvoll heißt, zu beraten. bas

0 Kommentare

Neuester Kommentar