Gesundheit : WBGU-Gutachten: Experten fordern mehr Naturschutzflächen

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Einen "dramatischen Verlust biologischer Vielfalt" stellt der "Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen" (WBGU) in seinem Jahresgutachten fest, das am Mittwoch der Bundesregierung übergeben wurde. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, denn die Entwicklungschancen zukünftiger Generationen seien gefährdet. Im Vordergrund steht für das Gremium die Ernährung der Bevölkerung und die Erhaltung von Lebensräumen.

Als Maßnahmen empfielt das Gutachten eine "nachhaltige Nutzung" der Biosphäre. Laut WBGU sollten 10 bis 20 Prozent der Landfläche weltweit unter Naturschutz gestellt werden. Die Kosten würden rund 21,5 Milliarden Dollar jährlich betragen. Angesichts von Agrarsubventionen in Höhe von weltweit über 460 Milliarden Dollar jährlich, durchaus finanzierbar, schreiben die zwölf Experten unter Vorsitz des Potsdamer Klimaforschers Hans-Joachim Schellnhuber. Zum Schutz von Naturreservaten sollten private "Biosphären-Fonds" geschaffen und steuerlich begünstigt werden. Eine möglichst vielfältige landwirtschaftliche Produktion müsse gefördert und das Erbmaterial gefährdeter Kulturpflanzen in Genbanken gesichert werden.

Des Weiteren empfielt der Beirat einen "Zwischenstaatlichen Ausschuss für biologische Vielfalt". Zwar gibt es eine internationale Regelung für den Artenschutz bereits seit 1992. Die "Biodiversitätskonvention", in der sich bereits 178 Staaten zum Schutz bedrohter Arten verpflichtet haben, solle jedoch entschlossener umgesetzt werden.

Die Bundesregierung begrüßte das Gutachten. Es gebe "wertvolle Hinweise und Empfehlungen insbesondere für die internationale Zusammenarbeit", erklärten die Staatssekretäre Simone Probst (Bündnis 90/Grüne) und Wolf-Michael Catenhusen (SPD). Die Regierung trage den Empfehlungen "in weiten Bereichen bereits Rechnung". So sei vorgesehen, ein Biotopverbundsystem auf mindestens zehn Prozent des deutschen Territoriums zu schaffen.

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