Gesundheit : Welches Medikament ist das beste?

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Zahlreiche blutdrucksenkende Mittel sind auf dem Markt – und offenbar gehören die ältesten zu den besten.

Das zumindest belegt eine große Studie mit 42000 über 55jährigen Patienten. Dabei ging es um die Reduktion der Blutdruck- und Blutfettwerte zur Verhütung des Herzinfarkts. Für die „Allhat“ abgekürzte klinische Studie zeichnet das amerikanisches National Heart, Lung and Blood Institute verantwortlich, also eine von den Arzneimittelherstellern unabängige Institution.

Man verglich dabei vier unterschiedliche Hochdruckmittel: Ein altbewährtes, preiswertes Diuretikum (Entwässerungsmittel) aus der Gruppe der Thiazide (Chlortalidon) in niedriger Dosierung und drei moderne, kostspieligere Substanzen: einen ACE-Hemmer (Lisinopril), einen Kalziumantagonisten (Amlodipin) und einen AT1-Blocker (Doxazosin). Das billige Entwässerungsmittel, so ergab die Studie, eignet sich genauso als Blutdrucksenker der ersten Wahl wie der Calciumantagonist und der ACE-Hemmer.

Eine weitere Untersuchung bestätigt diesen Befund eindrucksvoll. Wissenschaftler der Universität Washington werteten 42 Studien mit zusammen 192000 Patienten aus.

Eindeutiges Ergebnis: Niedrig dosierte Entwässerungsmittel sind das wirksamste Einstiegsmittel, um Schäden an Herz und Gefäßen zu verhüten und die Sterblickeit zu senken. Diuretika erwiesen sich gegenüber den anderen Hochdruckmitteln wie Betablockern und Kalziumantagonisten als deutlich überlegen, berichten die Forscher in der heutigen Ausgabe des Fachblatts „Jama“.

„Wenn Sie wegen hohen Blutdrucks behandelt werden und kein niedrig dosiertes Diuretikum bekommen, sollten Sie Ihren Arzt fragen: ,Warum nicht?’“, sagt Studienleiter Bruce Psaty. R.St./wez

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