Gesundheit : "Weltherztag": Herz-Kreislauf-Leiden nehmen weiter zu

Herzinfakte und Schlaganfälle werden nach Expertenansicht künftig zu den weltweit häufigsten Todesursachen, bereits heute gehen rund 30 Prozent aller Todesfälle auf das Konto von Herz-Kreislauf-Leiden. In den Industrieländern liegt dieser Anteil sogar bei 60 Prozent. Darauf wies Professor Günter Breithardt von der Universität Münster, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, am Montag in Berlin anlässlich des 1. Weltherztages am kommenden Sonntag hin.

Die Fachleute erwarten, dass Herz-Kreislauf-Leiden "in den nächsten 20 Jahren enorm zunehmen". Ursachen seien unter anderem Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und andere Risikofaktoren, die gegenwärtig "in besorgniserregendem Ausmaß" ansteigen würden. Weltbank und Weltgesundheitsorganisation WHO erwarten, dass Herzleiden in der Rangliste der globalen Belastungen bis 2020 vom gegenwärtig fünften Platz ganz an die Spitze vorrücken.

In Deutschland rechnet der Kölner Gesundheitsökonom Karl Lauterbach mit einer Verdoppelung der Kosten von Herzkrankheiten von derzeit 40 Milliarden Mark pro Jahr bis 2030. Ein neuer Fall kostet die Sozialversicherungen seinen Untersuchungen zufolge im Durchschnitt insgesamt 68 000 Mark. Allein durch neue Behandlungsmethoden lasse sich keine wesentliche Einsparung erreichen, sagte Lauterbach. Wichtigste Investition in die Finanzierbarkeit der Herzbehandlungen sei die Vorsorge.

Um die Bevölkerung besser darüber aufzuklären, wie sich Herzkreislaufleiden beispielsweise durch Sport, gesunde Ernährung und Verzicht auf Zigaretten vermeiden lassen, hat der Welt-Herz-Verband (WHV) den jeweils letzten Sonntag im September zum Weltherztag ausgerufen. Die von der WHO und der Unesco unterstützte Initiative findet zum ersten Mal statt. Die zentrale deutsche Veranstaltung ist im Anschluss an die Herztagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Münster geplant.

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