Gesundheit : Weniger reden

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Jasin R., 13 Jahre, Realschüler an der Heinrichvon-Stephan-Oberschule in Moabit

Ich soll während des Unterrichts nicht mehr so viel mit meinem Nachbarn reden, weil das die anderen stört. Und dann soll ich mich in Deutsch und Mathe mindestens acht Mal melden und darüber eine Strichliste führen. Das steht alles in meinem Vertrag, den wir zusammen mit meinen Eltern gemacht haben. Erst hieß es, ich sollte mich zehn Mal melden, das war mir aber zu viel. In Erdkunde und Geschichte soll ich mich sieben Mal in der Stunde melden. Das reicht. Außerdem soll ich ein Buch lesen. Das find’ ich auch gut. Dafür hab’ ich jetzt fünf Wochen Zeit. Das Buch ist über einen Ritter und gefällt mir, weil es nicht so dick ist. „Harry Potter“ hat mir zu viele Seiten. Im Lesen will ich eine Drei bekommen. Also, wenn ich mal in einer Woche eine Vier kriege, muss ich in der nächsten Woche eine Zwei kriegen. Montags, dienstags und mittwochs habe ich jetzt immer 15 Minuten Förderunterricht, bevor die Schule anfängt.

Und dann haben wir im Vertrag noch ausgemacht, dass ich jeden Tag fünf Minuten Kopfrechnen mit meinem Vater üben muss. Meine Eltern finden das gut. Und wenn mein Vater nicht kann oder zu müde ist, dann macht das meine große Schwester mit mir. Zur Schule gehe ich eigentlich ganz gerne. In den Ferien weiß ich oft gar nicht, was ich machen soll und wo ich hingehen könnte. Später will ich unbedingt Automechaniker werden. Da brauche ich aber gute Noten. Da muss ich mich ganz schön anstrengen.

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