Gesundheit : Wer bekommt den deutschen Zukunftspreis?

Paul Janositz

Das Labor auf dem Chip, verschleißarme Motoren, ein raffiniertes Laser-Mikroskop, neuartige Wirkstoffe – für eine dieser Innovationen wird der Deutsche Zukunftspreis 2004 vergeben werden. Wissenschaftliche und technische Spitzenleistungen, die breite Anwendung erwarten lassen und nicht zuletzt Arbeitsplätze schaffen, sollen mit diesem Preis des Bundespräsidenten belohnt werden. Horst Köhler wird die mit 250000 Euro dotierte Auszeichnung am 11. November übergeben. Am Mittwoch wurden jetzt in Berlin die vier Teams vorgestellt, aus deren Kreis der Gewinner gekürt wird.

Mit einem Siliziumchip, der biologische Vorgänge in elektrische Signale umwandelt, dauert der Nachweis von Legionellen oder Umweltschadstoffen nur wenige Momente – statt wie derzeit einige Tage. Zum Entwicklungsteam gehören Rainer Hintsche vom Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe sowie Experten von Siemens und Infineon. Das Potenzial liegt in der Lebensmittel- und Umweltanalytik, aber auch in der individuellen Prüfung der Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten. Durch massenhafte Fertigung sollen die scheckkartengroßen Systeme bald für jedermann erschwinglich sein.

Spezialisten vorbehalten ist das „Konfokale Laser-Scanning-Mikroskop“, das Wissenschaftler von Carl Zeiss Jena unter Leitung des Physikers Ulrich Simon entwickelten. Damit lassen sich Details in lebenden Zellen exakt erkennen. Bisher war dies schwierig, da unterschiedliche Eiweißmoleküle farblich gleich erschienen. Durch eine spezielle Rechenmethode gelingt es dem Jenaer Team, geringste Farbnuancen sichtbar zu machen.

In kranken Zellen sollen Anticaline wirken, die das Team um Arne Skerra (TU München) entwickelt hat. Dabei handelt es sich um Eiweißmoleküle, kleiner und einfacher gebaut als Antikörper, die natürlichen Wirkstoffe des Immunsystems. Die bereits in Tierversuchen getesteten Anticaline können Schadstoffe neutralisieren sowie Zellgifte in Tumoren lenken.

Vorteilhaft für Autofahrer ist das Verfahren der UV-Laserbelichtung, mit dem ein Team um Horst Lindner von der Audi AG in Ingolstadt Zylinder herstellt, die 90 Prozent weniger Verschleiß haben und wesentlich weniger Öl verbrauchen.

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