Gesundheit : Werden Töchter künftig als Wunschkinder bevorzugt?

tdp

Ob der Nachwuchs ein Mädchen wird oder ein Junge, ist auch den Eltern in modernen Gesellschaften wichtig. Das geht aus einer Studie von Hilke Brockmann vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock hervor. Die Wissenschaftlerin wertete dazu Daten zu Kindern von knapp 6000 Müttern aus.

Die Studie zeigt, dass sich in der ersten Hälfte des Jahrhunderts die meisten Frauen lieber einen Sohn wünschten als eine Tochter. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war diese Vorliebe nicht mehr zu erkennen. In Westdeutschland sank die wirtschaftliche Abhängigkeit der Eltern von ihren Kindern mit dem Auf- und Ausbau des Sozialnetzes. Mädchen waren daher gleichermaßen willkommen wie Jungen.

In der DDR wünschten sich sogar mehr Frauen eine Tochter als einen Sohn. Frauen waren in der DDR oft berufstätig. Von Töchtern, die wirtschaftlich selbstständig sind, konnten sich die Eltern im Alter aber sowohl finanzielle wie emotionale Unterstützung erwarten.

"Ob das Wunschkind künftig öfter ein Mädchen oder ein Junge sein wird, hängt in starkem Maße von der Entwicklung der gesellschaftlichen Fürsorgesysteme ab", erklärt Brockmann. "Die zu erwartende zunehmende Zahl berufstätiger Frauen und das steigende Lebensalter der Bevölkerung Deutschlands könnten dazu führen, dass in Zukunft der Wert der Töchter steigt."

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