Gesundheit : Wettrüsten der Wasserläufer

bas

Der Kampf der Geschlechter ist eine treibende Kraft der Evolution

Sex ist der Moment, in dem sich Mann und Frau friedlich vereinen - könnte man meinen. In Wahrheit kommt der Geschlechterkampf nie zur Ruhe. Beispiel: Der gerade 3,5 Millimeter kleine Rüsselkäfer. Gehärtete Dornen auf dem Penis des Männchens beschädigen den Genitaltrakt der Frau dermaßen, dass die daraus resultierenden Wunden sie an weiterem Sex hindern können - so versucht das Männchen lästiger Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen. Die Rüsselkäferweibchen aber wehren sich dagegen, in dem sie das Männchen beim Akt buchstäblich in den Hintern treten - das verkürzt den Akt und hält den Schaden in Grenzen.

Der Kampf der Geschlechter ist eine treibende Kraft der Evolution. Der Rüstungswettlauf zwischen Mann und Frau hat entscheidend dazu beigetragen, wie Tiere aussehen und sich verhalten. Die Zoologen Göran Arnqvist (Universität Uppsala, Schweden) und Locke Rowe (Universität Toronto, Kanada) haben nun den Geschlechterkampf von Wasserläufern untersucht. Die Studie ist im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht.

Auch bei den untersuchten Wasserläufern findet vor dem Sex ein regelrechter Kampf statt. Die Weibchen haben im Laufe der Evolution ihren stachelartigen Unterleib verlängert, um sich die Männchen vom Leib zu halten. Männchen hingegen konterten mit einer Verlängerung ihres hakenförmigen Penis und einem flacheren Bauch. Woraufhin die Weibchen ihren Unterleib weiter verlängerten und dabei das äußerste Ende nach unten drehten.

Arnqvist und Rowe verfolgten die Evolution dieses Wettrüsten, wobei offenbar manchmal das Männchen und manchmal das Weibchen die Oberhand bekommt. Gerade in diesen Momenten, wenn die Entwicklung "außer Balance" ist, lässt sich das Wettrüsten studieren. Es zeigte sich, dass das Aufrüsten des Weibchens tatsächlich zu einem Nachrüsten des Männchens führt. Der Kampf der Geschlechter beschleunigt also tatsächlich die Entwicklung der Art.

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