WIE geht das? : So funktionieren Blutdruck-Messgeräte

Björn Rosen

Der Feind liegt im Hinterhalt. Wenn man zu hohen Blutdruck hat, was zu Schlaganfall oder Herzinfarkt führen kann, dann spürt man das meistens nicht. Besonders, wenn man gefährdet ist, sollte man seinen Blutdruck deshalb kontrollieren – am besten regelmäßig und zu festen Tageszeiten. So kann man seinen Körper besser kennenlernen und einschätzen, wie Sport, Ernährung und Medikamente auf die Gesundheit wirken.

Bei einer Blutdruckmessung ermittelt man zwei Werte. Der höhere von beiden gibt den systolischen Druck an, der ensteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Gefäße pumpt. Der niedrigere Wert steht dagegen für den diastolischen Druck, der herrscht, wenn sich das Herz wieder mit Blut füllt. Ein normaler, gesunder Blutdruck liegt etwa bei 120 zu 80. Man gibt ihn in „mmHg“ an – diese Abkürzung steht für Millimeter Quecksilbersäule. Grund: Früher wurde der Blutdruck auf einer Quecksilbersskala gemessen.

Der Blutdruck wird meist am Oberarm oder am Handgelenk ermittelt. „Beide Punkte sind nicht weit vom Herz entfernt und liefern zuverlässige Daten über dessen Aktivität“, sagt Christian Busse von der Firma Omron, dem Marktführer. Moderne Geräte bestehen aus einer kleinen elektronischen Einheit und einer aufblasbaren Gummimanschette, die um den Arm gelegt wird. Die Manschette wird mit Hilfe einer kleinen Pumpe automatisch so lange mit Luft befüllt, bis die Arterien darunter verschlossen sind: Der Druck des Herzens reicht nun nicht mehr aus, um Blut in sie hineinzupressen.

Wenn dieser Zustand erreicht ist, lässt die Manschette stufenweise und langsam Druck ab. Ab dem Zeitpunkt, in dem der Druck des Blutes genauso hoch ist wie der der Manschette, füllen sich die noch zusammengepressten Arterien wieder. Dieser Druck entspricht dem höheren, dem systolischen Wert. Der niedrigere Wert wird dagegen in dem Moment erreicht, in dem das Blut nach kurzer Zeit wieder völlig ungehindert strömen kann.

Moderne Geräte ermitteln die genauen Blutdruckwerte, indem sie die Schwingungen der Arterienwände messen. Sie dehnen sich bei jedem Pumpstoß des Herzens. Während das Messgerät Luft ablässt, übertragen sich die Schwingungen der Gefäßwände auf die Manschette und dann ins Blutdruckmessgerät. Dort werden sie von einem Sensor registriert, ein winziger Computer wertet die Daten aus – und erstellt danach ein Schwingungsmuster der Arterien. Mit Hilfe bestimmter Formeln wird aus den stärksten Schwingungen der systolische, aus den schwachen Bewegungen der diastolische Blutdruck errechnet. Dann wird das Ergebnis auf einem digitalen Display angezeigt. Björn Rosen

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