WIE geht das? : So funktioniert ein Jogging- Tachometer

Björn Rosen

Joggen kann sehr gesund sein – wenn man es richtig betreibt. Wer viel läuft, für den lohnt sich der Kauf eines Jogging-Tachometers, der meist in einem schmalen Gurt steckt, den man sich um die Brust bindet. Er liefert viele Informationen.

Der wichtigste Wert ist dabei die Beschleunigung. Sie kann man mithilfe von zwei winzigen Metallplättchen messen, die gerade mal so groß sind wie ein Viertel von einer Euro-Cent-Münze. Eines der Plättchen ist fest im Brustgurt verankert. Auf ihm „schwebt“ das zweite Teilchen, das dort zum Beispiel durch magnetische Kräfte angehängt wurde. Solange der Jogger seine Geschwindigkeit nicht verändert, verändern auch die beiden Metallplättchen ihre Position zueinander nicht. Beschleunigt er aber, dann kommt ihr Verhältnis in Bewegung. Das Metallplättchen, das fest im Brustgurt sitzt, vollzieht jede Geschwindigkeitsänderung des Körpers mit. Das andere, das im Raum schwebt, tut dies träger. Das befestigte Plättchen ist dem unbefestigten bei einer Beschleunigung also ein bisschen voraus und nähert sich ihm deshalb kurzzeitig an.

Je stärker der Jogger beschleunigt, desto kleiner wird der Abstand zwischen den Plättchen – und diesen Abstand kann man messen. Denn die kleinen Metallteilchen stehen leicht unter Strom: Eines ist positiv, das andere negativ geladen. Wenn sie sich auseinanderbewegen und sich die unterschiedlich geladenen Pole damit voneinander entfernen, dann ändert sich die elektrische Kapazität – das ist die Fähigkeit eines Körpers, elektrische Ladung zu speichern. Elektronik erfasst diese Veränderung. Anderswo im Brustgurt werden die Daten anschließend umgerechnet. Aus der Beschleunigung kann man alle für den Jogger wichtigen Informationen ableiten: wie schnell er läuft oder wie viele Kilometer er zurückgelegt hat. Die Ergebnisse schickt der Brustgurt auf einer Radiowelle an eine Uhr, die der Jogger um sein Handgelenk trägt. Dort werden sie im Display angezeigt.

Die Technik, die die Beschleunigungsveränderung ermittelt, wurde übrigens von der Automobilindustrie entwickelt. Sie findet sich heute in allen Airbags, die automatisch auslösen, wenn der Wagen abrupt zum Stillstand kommt – also negativ beschleunigt wird. Björn Rosen

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