Gesundheit : Wie soziale Kontakte im Alter helfen

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Wer im Alter aktiv am sozialen Leben teilnimmt, bleibt intellektuell leistungsfähiger. Das belegt eine Studie von Psychologen des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung erstmalig empirisch (Psychology and Aging, 20, S. 423-434). Über bis zu acht Jahre beobachteten die Psychologen Martin Lövdén, Paolo Ghisletta und Ulman Lindenberger 516 Siebzig- bis Hundertjährige in ihrer persönlichen Entwicklung.

Dabei sei es ihnen gelungen, bislang ungeklärte Fragen zur Intelligenzentwicklung im Alter zu klären: Neigen Personen mit einem von vornherein größeren kognitiven Leistungsvermögen ohnehin stärker dazu, sozial anregende Umwelten aufzusuchen? Liegt womöglich kein direkter Einfluss zwischen sozialer Teilhabe und kognitiver Alterung vor? Mit einem neuen statistischen Verfahren konnten die Forscher die Wirkungsrichtungen zwischen sozialer Teilhabe und intellektueller Leistungsfähigkeit getrennt schätzen. Auf der Grundlage der Daten der Berliner Altersstudie (Baltes und Mayer, 1999) gelang der Nachweis, dass soziale Kontakte im höheren und hohen Alter den alterungsbedingten Rückgang „in der Mechanik der Intelligenz“ aufhalten kann.

In Interviews wurden die Teilnehmer der Studie gefragt, wie viel Zeit sie am Vortag „in sozialen Kontexten“ verbracht haben, etwa durch Besucher. In Aktivitätslisten wurden soziale Aktivitäten wie Restaurantbesuche oder kulturelle Veranstaltungen über ein Jahr verzeichnet. Die Funktion der Intelligenz maßen die Psychologen mit Tests der Wahrnehmungsgeschwindigkeit. Die Autoren vermuten, dass hohe soziale Teilhabe schützend wirkt, indem sie Gehirn und Verhalten stimuliert. Wer wenig soziale Kontakte hat, könne dagegen unter Stress und Depressivität leiden. -ry

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