Gesundheit : Wie viel Erbgut braucht das Leben?

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Der menschliche Erbfaden besteht aus knapp drei Milliarden chemischen Buchstaben, den Basenpaaren. Er hätte ausgestreckt eine Länge von 1,8 Metern. Tatsächlich ist er in einem winzigen Zellkern von nur sechs Tausendstel Millimetern Durchmesser verpackt.

Der Mensch ist der Maus damit nur eine Fadenlänge voraus. Die Bartfledermaus (Miniopterus schreibersi) hat mit 1,7 Milliarden Basenpaaren das kleinste Säugetiergenom, das Darmbakterium Escherichia coli verfügt nur über vier Millionen Buchstaben. Der genetische Minimalist unter allen Lebewesen ist der Krankheitserreger und Parasit Mykoplasma (Mycoplasma genitalium). Er kommt mit nur 580000 chemischen Buchstaben aus.

Viele Tiere jedoch haben wesentlich mehr Erbmaterial: Die Erdkröte (Bufo bufo) kommt auf knapp sieben Milliarden Basenpaare. Der genetische Maximalist ist vermutlich der LeopardLungenfisch (Protopterus aethiopicus), ein naher Verwandter der Quastenflosser. Er hat 133 Milliarden Basenpaare. Bei den Pflanzen ist die Osterglocke (Lilium longiflorum) mit 90 Milliarden Basenpaaren Spitzenreiter.

Das macht die Osterglocke aber noch nicht zu einem komplexeren Organismus als den Menschen. Zwischen informationstragenden Abschnitten des Erbfadens, den Genen, liegen auch Abschnitte ohne Information.

Von allen bis dato entzifferten Lebewesen hat der Mensch am meisten Gene: 30000. Doch auch die Maus hat fast ebenso viele. Und der nur ein Millimeter lange Fadenwurm (Caenorhabditis elegans) kommt immerhin auf 19000. Die einzellige Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) hat noch über 6000, der schon erwähnte Parasit Mykoplasma nur 500 Gene. ebi

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