Gesundheit : Wie viel Praxis brauchen Junglehrer? Berlin ist dabei, sein Lehramtsstudium zu reformieren

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Wie wird das neue Berliner Lehramtsstudium aussehen? Am Mittwoch im Abgeordnetenhaus versuchten die Interessengruppen noch einmal, Einfluss auf die Politiker zu nehmen, die das Gesetz noch in diesem Monat verabschieden wollen. Fest steht, dass das Studium in flexiblen Lerneinheiten (Modulen) organisiert wird. Geprüft wird nicht erst am Ende des Studiums, sondern studienbegleitend. Zuerst studieren die angehenden Lehrer drei Jahre bis zum Bachelor, dann je nach Lehramt ein bis zwei Jahre bis zum Master, der als Staatsexamen anerkannt wird. Das Referendariat wird nur noch ein Jahr dauern (siehe Tagesspiegel vom 22. August).

HeinzElmar Tenorth, der Vize-Präsident der Humboldt-Universität, kritisierte, ein großer Wurf sei nicht gelungen. Dazu hätte es für ihn gehört, schon Lehrer mit einem Bachelorabschluss in die Schulen zu lassen. Doch das wollte der linke Flügel der SPD nicht zulassen. Was sollen Lehramtsstudenten machen, die die Uni schon nach dem Bachelor verlassen wollen? Im Staatsdienst gibt es für sie noch keinen Beruf. Denkbar wäre ein Schulassistent, der in der Ganztagsschule zum Einsatz kommen könnte. Tenorth hält davon nichts: Der Staat entwerte den Bachelor-Abschluss, wenn dieser zu Jobs auf „fachschulischem Niveau“ führe.

Umstritten ist auch, wie hoch der berufspraktische Teil des Studiums sein soll. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlangt mindestens 40 Prozent, im Gesetzentwurf festgeschrieben ist ein Anteil von einem Drittel. Noch gerangelt wird auch darum, wie viel die Schulverwaltung bei der inhaltlichen Gestaltung der Module mitreden darf. Bildungssenator Klaus Böger zeigte sich einem Kompromiss aufgeschlossen: Die Unis dürfen allein bestimmen, wie der Bachelor aufgebaut ist – über das Masterstudium dagegen müssen sie sich mit der Verwaltung abstimmen. Mit großen Änderungen des Entwurfs ist nicht zu rechnen. akü

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