Gesundheit : Wissenschaftskolleg: Mit Hilfe der Schweiz

D.N.

Die Schweiz wird sich am Wissenschaftskolleg zu Berlin beteiligen. In steigenden Raten wird das Land dem Kolleg zwischen 150 000 und 300 000 Franken jährlich zur Verfügung stellen, zunächst bis 2003. Die entsprechende Vereinbarung unterzeichneten gestern der Schweizerische Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Charles Kleiber, und der scheidende Rektor des Wissenschaftskollegs, Wolf Lepenies.

Wofür das Geld verwendet wird, bleibt dem Wissenschaftskolleg überlassen; die Vereinbarung habe nicht zum Inhalt, dass künftig mehr Schweizerische Fellows an das renommierte Institut eingeladen würden, sagte Lepenies. In den zwanzig Jahren seines Bestehens sind über 30 Fellows in Berlin gewesen. Die Schweiz erhält aber ein Mitspracherecht: Künftig wird der Schweizerische Staatssekretär dem Stiftungsrat der Wissenschaftsstiftung Ernst Reuter angehören. Lepenies betonte, dass sich das Kolleg nicht in einer "finanziellen Notlage" befinde; im Gegenteil sei die Situation des Kollegs, dessen Etat bei rund 10 Millionen Mark jährlich aus Bund- und Ländermitteln liegt, "gut und angenehm". "Aber solche Summen geben uns Flexibilität, und die brauchen wir."

Die Vereinbarung setze ein "Zeichen für die Europäisierung nationaler Institutionen", sagte Wissenschaftssenator Christoph Stölzl beim Festakt. Andere Länder - zunächst Schweden und Frankreich - wollten dem Beispiel der Schweiz folgen. Das Wissenschaftskolleg hat beim Aufbau von Schwesterinstitutionen in Mittel- und Osteuropa bereits Unterstützung von der Schweizer Kulturstiftung Landis & Gyr erhalten; die dortigen Institute werden von verschiedenen Ländern gemeinsam finanziert. Staatssekretär Kleiber sieht die Vereinbarung als einen Schritt zu einem europäischen Netzwerk von "Centers for Advanced Studies", in dem auch das Zürcher Collegium Helveticum seinen Platz finden wird.

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