Gesundheit : Wissenschaftspolitik: Gute und schlechte Signale

Uwe Schlicht

Vier Senatoren innerhalb von zwei Jahren. Berlin leistet sich in den Bereichen, die zur Priorität des Landes gehören sollten, einen Personenverschleiß ohnegleichen. Peter Radunski, Christa Thoben, Christoph Stölzl und jetzt Adrienne Goehler. Noch wissen wir wenig über die Neue, aber dass sie zu kämpfen weiß - dieser Ruf eilt ihr aus Hamburg voraus. Und dass sie sich entschuldigen kann - aus ganzem Herzen und auch polemisch -, das hat sie gestern gezeigt. Souveränität im Entschuldigen. Das ist neu.

Nach dem Verschleiß von drei Senatoren nun auch kein Staatssekretär mehr in Wissenschaft und Forschung: Ist das das richtige Signal für alle, die in Berlin und Deutschland von der schwierigen Lage der Wissenschaft wissen und darauf hoffen, endlich einmal einen Senator zu bekommen, der nicht nur Kultur, sondern auch die Wissenschaft an die erste Stelle seiner Aufmerksamkeit setzt? Ausgerechnet der allseits anerkannte Fachmann Josef Lange, ohne den Schönredner Stölzl in der Wissenschaftspolitik wenig hätte bewegen können, wurde das Opfer von Berliner Überraschungen im Beamtenrecht, obwohl die SPD ihn eigentlich weiter im Amt lassen wollte.

Interne Äußerungen Goehlers klingen besser als das Signal mit dem Staatssekretär. Goehler will den Wissenschaftsstandort zu ihrem Thema machen. Da wird sie als Außenstehende wegen der Unübersichtlichkeit Berlins des guten Rats der Kenner bedürfen. Bevor sie den Staatssekretär oder Koordinator bekommt, sollte sie auf ihre Senatsdirigenten und Abteilungsleiter vertrauen, die seit Jahrzehnten verschiedenen Senatoren gedient haben. Keinesfalls dürfte sie sich von linken Ideologen diese Kenner schlechtreden lassen.

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