Gesundheit : Zahl der Juniorprofs stagniert Erst 800 Stellen, einige große Unis haben keine

Amory Burchard

Deutschlands Juniorprofessoren sehen sich auf dem richtigen Weg. Zwei Drittel sind „eher zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit ihrer Situation an der Uni, 19 Prozent bewerten sie „teils/teils“ und nur neun Prozent sind unzufrieden. 71 Prozent würden sich noch einmal für diese Qualifikation auf eine Professur entscheiden, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Dieses Ergebnis entspricht einer Umfrage von 2004. Weiter gewachsen scheint indes das Vertrauen in die Juniorprofessur als Weg zu einer Dauerstelle: Nur noch ein Drittel strebt gleichzeitig eine Habilitation an, vor drei Jahren waren es noch 47 Prozent.

Gleichzeitig aber stagniert der Ausbau der Juniorprofessur. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wollte 2001 mit einer Anschubfinanzierung von 360 Millionen Mark zunächst 3000 Juniorprofessuren schaffen. Seit aber die Bundesförderung 2004 eingestellt wurde, wächst die Zahl der neuen Stellen im Verhältnis zu den Habilitationen kaum. Nur rund 800 Juniorprofessoren sind aktuell an 65 Universitäten beschäftigt; 2002 waren es rund 600 an 48 Unis. Dagegen haben sich 2005 bundesweit rund 2000 Nachwuchswissenschaftler habilitiert. Die Studie beruht auf einer im vergangenen Jahr durchgeführten Umfrage. Angeschrieben wurden 786 Juniorprofs, beteiligt hat sich knapp die Hälfte.

Die weitere Entwicklung der Juniorprofessur werde davon abhängen, „welche Karriereperspektiven sich für die Juniorprofessoren ergeben“, sagt der Leiter der Studie, Gero Federkeil. Eine Option, an der eigenen Uni auf eine unbefristete Professur übernommen zu werden, besteht bislang aber erst in 18 Prozent der Fälle.

Die Berliner Unis gehören zu den Spitzenreitern beim Ausbau der Juniorprofessur: Die Humboldt-Universität beschäftigt 60, die Freie Universität 38; vorne liegen auch Göttingen (49), Hamburg (45), Bremen (37) und Hannover (33). An einer Reihe von großen Universitäten, darunter Heidelberg, Stuttgart und Bonn, werden dagegen erst jetzt erste Professuren besetzt, an einigen wird sogar noch über die Einrichtung von Juniorprofessuren diskutiert, heißt es in der Studie. Gestartet war das Bundesprogramm 2002, um Qualifikationswege zu verkürzen und sie international konkurrenzfähiger zu machen. Bayern, Sachsen und Thüringen klagten beim Bundesverfassungsgericht, das vor drei Jahren gegen die Juniorprofessur als einzigen Qualifikationsweg zur Professur entschied.

Die Studie im Internet:

www.che.de

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