Gesundheit : Zum Tod von Walter Schulz: Doch der philosophische Gedanke bleibt

Der Tübinger Philosoph Walter Schulz ist tot. Er starb am Pfingstmontag in seiner Heimatstadt. Schulz sah sich zugleich als Metaphysiker und Ethiker. Sein Hauptwerk "Philosophie in der veränderten Welt" (1972) handelt von der Unabhängigkeit des Denkens im Zeitalter der Wissenschaften. Beliebt war er auch wegen seines mitreißenden Erzählstils: Wenn er - das Mikrofon im Knopfloch - in freier Rede über die Geschichte der Philosophie sprach, drängten sich die Studenten zur Vorlesung im Kupferbau, dem größten Hörsaal Tübingens. Schulz wurde am 18. November 1912 in einem Pfarrhaus in Gnadenfeld in Oberschlesien geboren. Nach dem Studium der Altphilologie und Evangelischen Theologie bei Hans-Georg Gadamer und Rudolf Bultmann habilitierte er sich in Heidelberg. 1954 kam er nach Tübingen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1978 lehrte. Schulz hat mit seinen Forschungen die philosophische Entwicklung in den vergangenen 150 Jahren neu interpretiert. Seine Arbeit "Die Vollendung des deutschen Idealismus in der Spätphilosophie Schellings" (1954) veränderte das Verständnis Schellings stark. Schulz führte die Linie weiter zum Nachidealismus über die Existenzphilosophie zur Ontologie Martin Heideggers.

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