Gesundheit : Zusätzliche Förderung: Bulmahn erwägt Bildungskredite

Schüler und Studenten sollen künftig zusätzliche Bildungskredite bekommen können. Dazu bereitet Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) im Rahmen ihrer Bafög-Reform ein Programm vor. Gedacht ist an bis zu 600 Mark monatlich für maximal zwei Jahre. Damit sollen alle Studenten unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern oder zusätzlich zum Bafög Auslandsstudien und andere besondere Belastungen finanzieren können. Dieses Geld müsste als Bankkredit mit Zinsen nach dem Studium zurückgezahlt werden. Dies geht aus einem internen Papier des Bildungsministeriums hervor.

Damit kommt Bulmahn dem Grünen-Koalitionspartner entgegen. Die Grünen fordern die Bildungskredite etwa für Studenten, deren Eltern knapp über der Einkommensgrenze für den Bafög-Anspruch liegen. Das Ministerium hatte sich gegenüber dieser Forderung trotz der angestrebten Verbesserungen bei der Studienfinanzierung reserviert gezeigt. Befürchtet wird, dass die Einführung von Bildungskrediten eine Systemumstellung auf rückzahlbare Kredite zur Studienfinanzierung einleitet. In den aktuellen Überlegungen werden die Bildungskredite auf Studenten begrenzt, die jünger als 36 Jahre sind.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat die Bafög-Pläne der Bundesregierung unterdessen als "deutliche Verbesserung" gelobt. Zusätzliche Bildungskredite bezeichnete allerdings auch HRK-Präsident Klaus Landfried als unumgänglich und mahnte weitere Reformen an. Die vorgesehenen Verbesserungen änderten nichts daran, dass viel zu wenige Studenten den von 640 auf 730 Mark angehobenen Fördersatz bekämen. Die vorgesehene Erhöhung der Elternfreibeträge werde die Bafög-Ausgaben des Staates noch nicht wieder auf den Stand von 1980 bringen. Seither habe sich die Studentenzahl fast verdoppelt.

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