Gesundheit : Zwölf Gastprofessorinnen verdoppeln den Frauenanteil

Petra Löber

Mit einem Streich hat es die TU Berlin geschafft, ihren Frauenanteil auf Anhieb zu verdoppeln: Ab dem Sommersemester 2000 lehren zwölf hochqualifizierte Gastprofessorinnen aus dem In- und Ausland.

Laut Vizepräsident Jürgen Sahm, der die Gäste im Namen der Universität begrüßte und der universitären Öffentlichkeit vorstellte, ist es der erklärte Wunsch der Hochschule, auch in Zukunft das Image der TU zu verbessern, die immer noch als fast frauenfreie Männerdomäne erscheint.

Tatsächlich sind bislang noch acht von fünfzehn Fachbereichen ohne Professorin und an der TU insgesamt werden nur 29 Stellen von Frauen wahrgenommen. Das entspricht sieben Prozent aller Professuren. Dabei hätten Professorinnen für Studentinnen häufig eine Vorbildfunktion, Studenten ermöglichten sie, andere, neue Fragestellungen und Ansätze kennenzulernen, meint Sahm. Er versprach, sich während seiner Amtszeit explizit für die Förderung weiblichen Nachwuches in allen Bereichen einzusetzen und nannte die schulische Förderung ab der 7. Klasse in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern als ein Beispiel. Die zwölf Gastwissenschaftlerin kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie etwa der Umweltforschung, der Klimatechnik, den Sozial- und Geisteswissenschaften.

Der Vizepräsident sagte, es sei sein besonderes Ziel, auf die "noch falsche Kultur an Hochschulen in Deutschland" perspektivisch Einfluß zu nehmen. Es sei ihm ein persönliches Anliegen, dass die TU Berlin auch in dieser Hinsicht internationalen Vergleichen besser gerecht wird.Die Zentrale Frauenbeauftragte Degethoff de Campos betonte, in Zukunft müsse die Forschung und Lehre von Frauen ein regulärer Bestandteil im Normalbetrieb der Universität werden. Deshalb dürfe auch mittel- und langfristig die Berufung von qualifizierten Fachfrauen nicht an den Finanzproblemen der Hochschule scheitern.

"Wir hätten Sie lieber ein ganzes Jahr oder noch länger hier", war von der Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZE) Karin Hausen zu hören. Hausen war es gelungen, bereits "versackte Gelder für die Frauenförderung in Feldern ausfindig zu machen, wo man sie kaum vermutet hätte." Die Finanzierung kommt aus "Restmitteln aus dem auslaufenden Berliner Hochschulsonderprogramm III, das auch Frauenförderprogramme festschrieb.

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